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Kolumne: Total Digital
24 Restaurants in 24 Stunden und Kochen für Zwerge

Kolumne: Total Digital: 24 Restaurants in 24 Stunden und Kochen für Zwerge
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Seattle. Aus den Studios von Tastemade in Los Angeles stammen die verrücktesten Kochvideos – und sie machen Appetit auf mehr Leckereien. Von Ulrike Langer

Haben Sie schon einmal versucht, in einer Puppenküche zu kochen? Nicht an einem halben Meter hohen Kinderkochherd, sondern mit Töpfen und Pfannen, die man gerade so mit den Fingerspitzen zu fassen bekommt? In der Internet-Sendung "Tiny Kitchen", die in den Studios von Tastemade in Los Angeles produziert werden, entsteht mit dieser Herausforderung jede Woche eine faszinierende Kochshow mit leckeren Gerichten in Zwergenportionen.

Gekocht wird in einer echten Puppenküche an einem winzigen Puppenherd, der mit einem Teelicht beheizt wird. Vermeintliche Riesenhände hantieren mit winzigen Utensilien und bereiten Doughnuts, Tacos, gefüllten Kohl oder Maccheroni mit Käse zu. Anschließend wird das Resultat der jeweiligen Aufzeichnung in einem einzigen Bissen verzehrt – von irgendeinem glücklichen Mitarbeiter, der gerade an der richtigen Stelle steht. In der vergangenen Woche habe ich die Tastemade Studios besucht und mir von den Produzenten das Konzept des rasant wachsenden Videonetzwerks erklären lassen.

Angefangen hat alles vor vier Jahren mit einer einzigen Show bei YouTube. Inzwischen werden die Koch- und Lifestyle-Videos von Tastemade weltweit mehr als 100 Millionen Mal im Monat angeschaut. Rund ein Dutzend Sendungen produziert Tastemade selbst, die anderen entstehen im Rahmen von Partnerschaften rund um die Welt. Die sympathischen Jungs aus der britischen Sendung "Sorted" kenne ich schon seit Jahren. Ihre Mission ist es, jungen Leuten mit schmalem Budget in kurzen Videos zu zeigen, dass selber Kochen Spaß macht, lecker ist und nicht viel Geld kosten muss. Inzwischen sind sie mit ihrer Erfolgsshow bei Tastemade gelandet, denn die Produktionsfirma vermittelt lukrative Werbepartner. Auch einige deutsche Sendungen wie "Küchenkram" oder "BBQ aus Rheinhessen" gehören zum Netzwerk.

Bei meinem Rundgang durch die Studios gab es in jeder Ecke ein anderes Küchenset zu sehen. Sogar eines für vertikale Videoaufnahmen wie sie bei Snapchat oder Periscope benötigt werden. Eine der besten Sendungen im Netzwerk entsteht allerdings nicht im Studio. Bei "Day of Gluttony" (Tag der Völlerei) werden zwei Freunde auf einer rasant gefilmten 24-Stunden-Tour durch die Restaurants einer Großstadt begleitet. Pro Stunde müssen sie in einem neuen Restaurant ein Gericht oder eine Kleinigkeit bestellen und aufessen. Beim meinem Besuch im Studio habe ich übrigens keine Mini-Donuts probieren können. Die Praktikantin war schneller als ich.

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