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Total Digital
Starbucks: Mehr als eine Kaffeehauskette

Total Digital: Starbucks ist mehr als eine Kaffeehauskette
Mit Kaffee ist Starbucks groß geworden, jetzt erobert das US-Unternehmen die digitale Welt. FOTO: dpa, Sebastian Widmann
Meinung | Seattle. Starbucks hat in den USA zehn Millionen Mitglieder in seinem Kundenbindungsprogramm und ist Testplattform für neue digitale Dienste. Ein Angebot, das auch unsere Kolumnistin gerne nutzt. Von Ulrike Langer

Wenn ich in Deutschland bin, sitze ich häufig mit meinem Laptop bei Starbucks. Nicht, weil mir der Kaffee dort besonders gut schmecken würde, sondern vor allem zum Arbeiten. Denn bei Starbucks gibt es verlässliches und kostenfreies WLAN und das ist für mich ein wesentlicher Pluspunkt. Auf seinem Heimatmarkt USA bietet Starbucks allerdings nicht nur Kaffee und WLAN, sondern punktet in den Köpfen seiner Kunden auch mit immer mehr digitalen Angeboten. Oft ist Starbucks auch Testplattform für Angebote von Dritten.

Kolumne: Ulrike Langer berichtet von der US-Westküste FOTO: RP

Apple legt hier schon seit Jahren Coupons für kostenfreie Downloads von Apps und Songs aus seinem iTunes-Store an Starbucks-Kassen aus. Auch Zeitungsverlage nutzen gerne das mit zehn Millionen Mitgliedern sehr erfolgreiche Kundenbindungsprogramm der Kaffeehauskette als Plattform, um neue Abonnenten zu gewinnen. In New York gab es eine Zeit lang die digitale Ausgabe des Wall Street Journal umsonst, aber nur, wenn man in einer Starbucks-Filiale saß.

Doch mittlerweile verlagert sich die Welt von Starbucks immer mehr auf das Smartphone. Meine Starbucks-App ist mittlerweile weit mehr als meine digitale Kundenkarte. Damit kann ich nicht nur reibungslos bezahlen und meinen Kaffee vorab bestellen, der dann fertig zubereitet schon auf mich wartet.

Ich bekomme auch Zugang zu weiteren Angeboten. Seit drei Monaten kann ich über die App kostenfrei einen Teil der New York Times lesen. Falls ich mich für ein kostenpflichtiges digitales Abo der Zeitung entscheide, gibt mir das wiederum mehr freien Kaffee bei Starbucks.

"Dumb Starbucks" sorgt in den USA für Aufsehen FOTO: afp, eh/tcs

Besonders interessant finde ich die Kooperation von Starbucks mit dem Musikstreamingdienstes Spotify. In den 7000 US-Filialen von Starbucks haben die Baristas, die den Kaffee zubereiten, kostenlosen Zugang zum werbefreien Premiumangebot von Spotify. Musik, die bei Starbucks zu hören ist, kommt deshalb meistens direkt von Playlisten aus dem Internet. Und über meine Starbucks-App kann ich die Musik, die bei Starbucks abgespielt wird, inzwischen werbefrei überall hören.

So wächst das Starbucks-Imperium nicht nur mit immer neuen Filialen und Kaffee mitsamt Zubehör, den man auch im Internet und in immer mehr amerikanischen Supermärkten kaufen kann. Es wird auch zu einer Plattform, auf der sich über den Kaffee hinaus immer mehr abspielt, nicht unähnlich dem in sich geschlossenen Ökosystem von Apple.

Das kann man gut finden oder schlecht, aber ich stelle an mir selbst fest, dass die Kundenbindungsstrategie funktioniert. Vielleicht treibt es mich auch deshalb bei meiner WLAN-Suche in deutschen Großstädten automatisch immer wieder zu Starbucks.

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Ulrike Langer ist freie Korrespondentin an der US-Westküste und Digital-Expertin. Ihre Meinung? Schreiben Sie unserer Autorin: kolumne@rheinische-post.de. Oder folgen Sie ihr auf Twitter.

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Quelle: RP
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