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Flüchtlinge
Deutschland braucht die Fremden

Flüchtlinge – erschütternde Bilder aus aller Welt
Flüchtlinge – erschütternde Bilder aus aller Welt FOTO: afp, MM
Meinung | Düsseldorf. Die Debatte um Flüchtlinge in Deutschland heizt sich auf. Doch die aktuellen Probleme dürfen nicht den Blick auf die Chancen für unser Land verstellen. Fest steht: Qualifizierte Handwerker und Pfleger aus dem Westbalkan würden uns helfen. Von Michael Bröcker

Deutschland braucht jetzt vor allem drei Dinge. Erstens muss es eine schnelle Entscheidung über den Status der Asylbewerber geben. Der Artikel 16 sagt dazu eigentlich alles: "Politisch Verfolgte genießen Aslyrecht." Andere nicht. Zweitens muss der Bund mit den Ländern und Gemeinden einen Masterplan für die Unterbringung und Integration der zu Recht Asyl beantragenden Flüchtlinge umsetzen. Dafür wird Finanzminister Schäuble mehr Geld ausgeben müssen. Und drittens braucht dieses Land nachvollziehbare Kriterien für Einwanderung.

Ein einfaches Dokument, in dem steht, welche Berufsgruppen, welche Qualifikationen der Zuwanderer wir angesichts unserer eigenen demografischen Schwächen dringend brauchen. Viele qualifizierte Handwerker und Pfleger aus dem Westbalkan würden uns weiterhelfen. Die Zusammenfassung der Vielzahl bisheriger Einwanderungs-Gesetze zu einem verständlichen Einwanderungsgesetz ist also sinnvoll.

Und: Wenn die Politik bei dem Thema Flüchtlinge und Zuwanderung nicht überzeugende Konzepte vorlegt, werden die Rattenfänger vom rechten Rand die Unsicherheit und die Ängste eines Teils der Bevölkerung schneller für ihre Zwecke missbrauchen können.

SPD-Kanzler Helmut Schmidt hat in einem seiner zahlreichen Bücher die fragwürdige These vertreten, dass die Deutschen "innerlich weitgehend fremdenfeindlich" seien. Deutschland hat die Gelegenheit, dem Altkanzler und der Welt zu zeigen, dass es so nicht ist. Die Politik muss dabei vorangehen.

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