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Sodann tritt angeblich für Linke an: Konkurrenz für Köhler?

VON NILS DIETRICH - zuletzt aktualisiert: 14.10.2008 - 11:31

Düsseldorf (RPO). Die Linke wird offenbar mit einem eigenen Kandidaten zur Wahl des Bundespräsidenten im kommenden Jahr antreten. Der ehemalige Tatort-Kommissar Peter Sodann ist angeblich für den Posten vorgesehen. Eine echte Chance hat er jedoch nicht. Viel mehr könnten die Möglichkeiten für die SPD-Frau Gesine Schwan schwinden.

Die "Mitteldeutsche Zeitung" und "Spiegel online" berichten übereinstimmend, dass die Linkspartei den ostdeutschen Schauspieler am heutigen Dienstag offiziell als Kandidaten benennen will. Parteisprecherin Alrun Nüßlein wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Thema äußern: "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen."Allerdings werde sich die Fraktion auf der Pressekonferenz um 14.30 Uhr auch zu der Kandidatur für das Bundespräsidentenamt äußern.

Dieser Zeitplan deckt sich mit den Angaben der "Mitteldeutschen Zeitung". Nach ihren Angaben sollen sich das Führungsduo Oskar Lafontaine und Lothar Bisky sowie Fraktionschef Gregor Gysi bereits auf Sodann, bekannt als Tatort-Kommissar Bruno Ehrlicher, geeinigt haben. Der geschäftsführende Parteivorstand und die Vorsitzenden der einzelnen Landesverbände hätten am Samstag auf einer Konferenz ebenfalls zugestimmt.

Dem "Spiegel" zufolge hatten die mit der Suche betrauten Spitzengenossen Oskar Lafontaine und Gregor Gysi ursprünglich eine Frau als Kandidatin gewinnen wollen. Gespräche seien unter anderem mit der Schauspielerin Hanna Schygulla, der Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, Margot Käßmann, und mit der Autorin Daniela Dahn geführt worden.

Keine Chance für Sodann

Derzeit verfügt das bürgerliche Lager um CDU und FDP in der Bundesversammlung über eine hauchdünne Mehrheit. Zu gravierenden Verschiebungen wird es bis zum 23. Mai nicht mehr kommen. Die Zeichen stehen derzeit auf eine Wiederwahl Horst Köhlers. Er brächte im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit von 613 Stimmen, über die eine Koalition aus CDU/CSU, FDP und Freien Wählern derzeit kommt. Im zweiten und dritten Wahlgang würde sogar eine relative Mehrheit ausreichen.

Die SPD-Kandidatin Gesine Schwan dürfte also keine Chance haben. Auch der 72-Jährige Sodann, der aus seiner Nähe zu den Linken keinen Hehl macht, hätte keine wirkliche Chance, in Schloss Bellevue einzuziehen. Seine Kandidatur wäre eher symbolischer Natur. Die Linke könnte aus diesem Schritt trotzdem einen politischen Nutzen ziehen. "Sodann ist links, unbequem und in der Bevölkerung beliebt - er passt zu uns", wurde ein namentlich nicht genanntes Mitglied der Linke-Gremien, die am Samstag tagten, zitiert. Man könne das eigene Profil schärfen und Eigenständigkeit beweisen.   

    


 
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