Die Union quält sich mit einer neuen K-Frage. Es geht nicht um die Frage nach einer Kanzlerkandidatur, sondern um das, was die Union ausmacht: Die Frage, ob die Union überhaupt noch konservativ ist.
Die Debatte um Sarrazin und Steinbach hat ein Wählerpotential von 20 Prozent für eine Partei rechts der Union sichtbar gemacht.
Wie Erika Steinbach aus dem Spektrum der (konservativen) Vertriebenen legt Martin Lohmann aus dem Spektrum der (konservativen) Christen den Finger in die Wunde. Er befürchtet eine neue Partei.
Große Hoffnungen gibt es in konservativen Kreisen auf Friedrich Merz. Doch so lange Merkel regiert, scheint ein aktiver Politiker Merz nicht möglich.
Auch der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch ist im konservativen Milieu verhaftet. Er hat sich jedoch aus der Politik zurück gezogen.
CDU-Fraktionschef Volker Kauder bekräftigte vor einigen Jahren noch, dass die CDU eine christlich-demokratische und "keine konservative" Partei sei. Nun bedient auch er die Sehnsucht nach dem Konservativen in der Union.
Angela Merkel selbst erinnerte bei der Klausurtagung der Union an der Vermächtnis von Franz-Josef Strauß. Er sagte, es dürfe keine konservative Partei rechts von der Union geben.