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Gemeinnützige Arbeit
Kraft: Einsatz von "Hartz-IV"-Empfängern soll freiwillig sein

Hannelore Kraft - die alte und neue Ministerpräsidentin von NRW
Hannelore Kraft - die alte und neue Ministerpräsidentin von NRW FOTO: dpa, Michael Kappeler
Düsseldorf (RPO). Nordrhein-Westfalens SPD-Chefin Hannelore Kraft hat ihre Forderung nach einem gemeinnützigen Einsatz von "Hartz IV"-Empfängern weiter konkretisiert. Die Beschäftigung dieser Langzeitarbeitslosen etwa als Helfer in Altenheimen oder in Sportvereinen solle freiwillig und keine Pflicht sein, sagte Kraft am Sonntag der Nachrichtenagentur ddp in Düsseldorf.

Ein "Zwang" für den gemeinnützigen Einsatz sei nicht nötig. "Ich bin davon überzeugt, dass viele das Angebot freiwillig annehmen werden, denn die ganz große Mehrheit der Arbeitslosen will arbeiten", betonte die SPD-Landesvorsitzende.

Die Entlohnung der Langzeitarbeitslosen, die das Angebot annehmen, soll nach ihren Plänen oberhalb der bisherigen Ein-Euro-Grenze liegen. Darüber hinaus müsse der Staat die Sozialversicherungskosten übernehmen, damit auch in die Sozialsysteme Geld fließe. Durch diese Beschäftigungsverhältnisse für Langzeitarbeitslose dürften reguläre Arbeitsplätze nicht gefährdet werden. In kommunalen Bündnissen sollten Städte und Gemeinden mit der Bundesanstalt für Arbeit, Arbeitgebern und Gewerkschaften festlegen, wo diese gemeinwohlorientierten Arbeitsplätze eingerichtet werden können.

Kraft betonte, für Langzeitarbeitslose müsse es eine Beschäftigungsperspektive auf Dauer geben. "Wenn diese Menschen sagen können, ich gehe regelmäßig arbeiten, geben wir ihnen auch Selbstwertgefühl zurück", argumentierte die SPD-Vorsitzende und fügte hinzu: "Arbeit hat eindeutig auch mit Würde zu tun. Die zeitlich befristeten Ein-Euro-Jobs helfen dieser Gruppe von Langzeitarbeitslosen nicht weiter."

(DDP/sdr)
 
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