Nach Aufruf der Familienministerin: Krankenkasse verärgert über von der Leyen
zuletzt aktualisiert: 24.08.2008 - 21:46Hamburg (RPO). Mit ihrem Aufruf zum Kassenwechsel hat Familienministerin Ursula von der Leyen die Krankenkasse Barmer offenbar schwer verärgert: ""Der Vorschlag von Frau von der Leyen ist kontraproduktiv", warf Johannes Vöcking, Vorstandsvorsitzender der Barmer, der CDU-Politikerin vor.
"Der Vorschlag von Frau von der Leyen ist kontraproduktiv, weil er die Chancengleichheit unter den Krankenkassen aushöhlt", sagte Vöcking der "Financial Times Deutschland". Von der Leyen hatte die Versicherten indirekt dazu aufgefordert, solche Krankenkassen zu boykottieren, die nach Einführung des Gesundheitsfonds ihre Beiträge unangemessen erhöhen.
Vöcking warf von der Leyen vor, Sinn und Zweck des geplanten Gesundheitsfonds nicht verstanden zu haben. "Das bisherige System krankt doch daran, dass die Kassen nur noch darum konkurrieren, wer die meisten jungen, gesunden Patienten hat. Wer jetzt zum Kassenwechsel aus rein finanziellen Motiven aufruft, fördert diesen ungesunden Wettbewerb noch", sagte Vöcking.
Nötig sei ein "gesunder Wettbewerb" um die beste Versorgung der Patienten. Sollten sich nach Einführung des Gesundheitsfonds gesunde Gutverdiener massenhaft für den Wechsel zu einer günstigen Kasse entscheiden, wäre dies nach seiner Ansicht ein Rückschritt für die Chancengleichheit unter den Krankenkassen.
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