kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

110 im Netz: Kripo-Beamte fordern Notruf für das Internet

VON MICHAEL BRÖCKER - zuletzt aktualisiert: 06.04.2010 - 17:38

Berlin (RP). Vor dem Hintergrund der rasant wachsenden Internetnutzung und des damit einhergehenden Anstiegs der Online-Kriminalität fordern Deutschlands Kriminalbeamte ein Notrufsystem für das Internet.

Geht es nach den Forderungen der Kriminal-Beamten wird auch das Internet ein Notruf-System bekommen.  Foto: ddp
Geht es nach den Forderungen der Kriminal-Beamten wird auch das Internet ein Notruf-System bekommen. Foto: ddp

„Um die Internet-Kriminalität in den Griff zu bekommen und die Sicherheit für die Nutzer zu erhöhen schlagen wir ein Notrufsystem im Internet, eine 110 im Netz, vor”, sagte Klaus Jansen, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Kriminalbeamter unserer Redaktion.

Jansen verweist auf das gemeinsam mit dem Deutschen Forum für Kriminalprävention entwickelte Projekt „webpatrol”. Dabei haben Techniker einen elektronischen Notrufknopf entwickelt, der Internet-Nutzer auf Wunsch beim Surfen duch das Netz begleitet. Klickt der Nutzer auf den kleinen Button, erstellt eine Software einen Screenshot der gerade besuchten Internetseite und schickt die Daten automatisch an eine Clearing-Stelle, in der Fachleute aus Politik, Technik, Polizei und Gesellschaft arbeiten und die Sicherheit der Internetseite bewerten. "So könnten beispielsweise Amokaufrufe oder kinderpornographische Inhalte frühzeitig gemeldet werden", hofft Jansen.

Außerdem müssten die Polizeidienststellen mit entsprechend ausgebildeten Internet-Polizisten ausgestattet werden. „Notwendig sind künftig speziell ausgebildete ,Cyber-Cops‘ in jeder kriminalpolizeilichen Ermittlungsdienststelle. Die technischen Voraussetzungen dafür und die Qualifizierung des zusätzlichen Personals sollte in den kommenden Jahren Priorität für die Politik haben”, sagt der oberste Vertreter der Kripo-Beamten in Deutschland.

Die Zahl der Straftaten, die direkt oder indirekt mit dem Internet oder durch andere elektronische Telekommunikation wie Laptop oder Handy ausgeübt werden, sei in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Ob in der zentral verwalteten Clearing-Stelle dann auch die Herkunftsadresse und Daten des Internet-Nutzers gespeichert werden, ist ungeklärt. „Zu der Frage, ob die Versendung anonym stattfindet, über die IP-Adresse oder über freiwillige Angaben des Nutzers recherchierbar sein wird, sind die Überlegungen noch nicht abgeschlossen.”
 
"Idee sollte geprüft werden"
 
Im Bundesinnenministerium sind die Vorschläge der Ermittler bekannt und werden diskutiert. Eine abschließende Bewertung gibt es aber noch nicht, heißt es im Ministerium von Thomas de Maiziere (CDU). Die CDU begrüßte den Vorschlag.  „Das ist eine Idee, die wir gründlich prüfen sollten", sagte der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU). "Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Was offline verboten ist, ist auch online verboten."

Schon heute mache die Polizei Internet-Patrouillen, betonte der CDU-Innenexperte. "Wenn man dabei die Hilfe von aufmerksamen Nutzern bekommt, kann das nur gut sein." Allerdings müssten eine Reihe von Praxisfragen geprüft werden, etwa wo der "Notruf" konkret anlaufen soll und wer die Seiten überprüft. Eine bessere Ausstaattung der Ermittlungsbehörden hält Bosbach für sinnvoll. "Wir müssen die Polizei technisch und personell so ausstatten, dass sie ihrem Ermittlungsauftrag auch im Netz nachkommen kann.”

Quelle: RP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online

Computervirus

Iran meldet erfolgreiche Bekämpfung von "Flame"

Die iranische Regierung hat nach eigenen Angaben den Computervirus Flame erfolgreich bekämpft. Der iranische Minister für Kommunikation und ... mehr 

"Wir dürfen die Eltern nicht enttäuschen"

Schröder hält am Krippenausbau fest

"Wir dürfen die Eltern nicht enttäuschen"

Familienministerin Kristina Schröder hält unverdrossen daran fest: Ab August 2013 soll in Deutschland der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Schröder hält am Krippenausbau fest

"Wir dürfen die Eltern nicht enttäuschen"

Ministerin will auf Uni-Bewertung warten

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

Innenministerkonferenz

Jäger erwägt Verbot von Salafisten

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Italien: Frau lebend aus Trümmern gezogen

Das Beben in Norditalien war am Dienstagabend schon 12 Stunden her, da gab es eines dieser kleinen Wunder, auf die die Menschen in den ... mehr 

Kristina Schröder besucht Jüdischen Kindergarten

Schröder hält am Krippenausbau fest

"Wir dürfen die Eltern nicht enttäuschen"

Familienministerin Schröder hält daran fest: Ab August 2013 soll der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung gelten. Am Mittwoch legte sie ein Zehn-Punkte-Programm vor. Mit seiner Hilfe sollen doch noch 130.000 Betreuungsplätze entstehen. "Fast ... mehr

 

Ministerin will auf Uni-Bewertung warten

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

 
 

Streitpunkt Vorratsdaten

EU-Kommission wird Deutschland verklagen

 

Merkel nur noch knapp vorn

Kraft stürmt die Beliebtheits-Charts

 

Ramsauers Vorschlag abgeblockt

Merkel erteilt Pkw-Maut klare Absage

Top-Services