kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

78 Familienunternehmen protestieren: Kritik an Erbschaftsteuer wächst

VON MICHAEL BRÖCKER - zuletzt aktualisiert: 08.12.2007

Berlin (RP). In einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fordern 78 Familienunternehmer Korrekturen bei der geplanten Erbschaftsteuerreform. Die Autoren fürchten, dass die steuerliche Belastung im Erbfall um das „Drei- bis Vierfache“ höher ausfällt.

Die Autorenliste liest sich wie das „Who is Who“ der deutschen Familienunternehmer. Zu den 78 Firmenchefs, die einen „persönlichen“ Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geschrieben haben, zählen etwa Henkel-Geschäftsführer Ulrich Lehner, Unternehmer Claus Hipp, Einzelhändler Hermann Franzen, Bertelsmann-Vorsitzender Gunter Thielen, SMS-Chef Heinrich Weiss, August Oetker und „Schrauben-König“ Reinhold Würth. In dem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt, fordern sie von der Bundesregierung Änderungen an der geplanten Erbschaftsteuerreform.

„Insbesondere bei den Steuersätzen, bei der Verhaftungsregel und bei der Lohnsummenregel“ sollten „Korrekturen“ vorgenommen werden, heißt es. Eine Umfrage unter den Familienunternehmen habe ergeben, dass sich durch die Verkehrswerte, die künftig der Erbschaftsteuer zugrundegelegt werden, die Bemessungsgrundlage gegenüber heute im Schnitt um das „Drei- bis Vierfache“ erhöhen. Da die Steuersätze konstant bleiben, sei die geplante Steuererleichterung so für viele Unternehmen „bei weitem geringer“ als angenommen. Der vorgesehene steuermindernde Abschlag bei 15-jähriger Fortführung des Unternehmens (Verhaftungsregel) sei untauglich. „Unternehmen werden angesichts der schnellen Veränderungen auf den globalen Märkten nicht in der Lage sein, die Regel einzuhalten.“

Nach den Eckpunkten, auf die sich eine Arbeitsgruppe der Koalition – geleitet von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) und dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) – Anfang November geeinigt hatte, sollen bei der Übergabe eines Unternehmens 85 Prozent des Betriebsvermögens steuerfrei gestellt werden. Dieses Privileg gilt nur, wenn die Erben den Betrieb mindestens zehn Jahre halten und die Lohnsumme in diesem Zeitraum nicht unter 70 Prozent sinkt. Das Betriebsvermögen darf 15 Jahre nicht verringert werden. „Aus einem Reformvorhaben für ist ein Gesetzentwurf gegen Familienunternehmer geworden“, kritisiert Patrick Adenauer, Präsident des Verbands Familienunternehmer/ASU gegenüber unserer Zeitung. Für viele Unternehmen könnte die Belastung „existenzbedrohend“ sein. „Darauf werden die Unternehmer reagieren, etwa mit Abwanderung“, so Adenauer.

Als Alternativen zum Standort Deutschland stehen inzwischen nicht nur exotische Steueroasen bereit. Die europäischen Nachbarländer Luxemburg, Italien, Schweden, Tschechien, die Schweiz und demnächst auch Österreich haben den Standortwettbewerb verschärft und werben mit Erbschaftsteuersätzen von null. Der Chef des Europaparks Rust, Roland Mack, hat bereits einen Verkauf des größten deutschen Freizeitparks in Erwägung gezogen. „Schraubenkönig“ Reinhold Würth, einer der Vorzeigeunternehmer der Republik, ist den Verlockungen bereits erlegen und hat in Österreich eine Stiftung gegründet, die einen Teil seines Vermögens verwaltet. Andere könnten folgen. Nach Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) müssen jährlich 70 .000 Unternehmen auf die Folge-Generation übergeben werden.

Auf die Kanzlerin können die Unternehmer indes nicht hoffen. Aus Regierungskreisen verlautete gestern, dass Angela Merkel von dem Brief „nicht besonders beeindruckt“ gewesen sei. Es bleibe bei den Vereinbarungen. Das Kabinett werde die Eckpunkte zur Reform nächste Woche „eins zu eins“ beschließen.

Quelle: RP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

Bildungsministerin unter Druck

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

Der Gründer der Internet-Plattform VroniPlag erhebt schwere Vorwürfe gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan und fordert ihren Rückt ... mehr 

Romney vor Kandidatur für US-Präsidentenamt

Nach Vorwahl in Texas

Romney vor Kandidatur für US-Präsidentenamt

Mit einem Sieg bei der Vorwahl in Texas hat sich der US-Republikaner Mitt Romney die Nominierung als Präsidentschaftskandidat gesichert. mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Bildungsministerin unter Druck

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

Der Gründer der Internet-Plattform VroniPlag erhebt schwere Vorwürfe gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan und fordert ihren Rücktritt. Sie soll in ihrer Doktorarbeit "Person und Gewissen" deutlich mehr abgeschrieben haben als bisher ... mehr

 
 

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

 

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

 

Drohender Verzug bei Bergung der Abfälle

Altmaier besucht Atommülllager Asse

 
Top-Services