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Kritik an Tageszeitung
"taz"-Chef entschuldigt sich für Titelseite zu Kohls Tod

Kritik an Tageszeitung: "taz"-Chef entschuldigt sich für Titelseite zu Kohls Tod
Die umstrittene Titelseite der "taz". FOTO: taz
Berlin. Nicht alles ist Satire oder lustig: Der Chefredakteur der Berliner Tageszeitung "taz" hält die eigene Titelseite zum Tod von Altkanzler Helmut Kohl für missglückt.

"Die taz gestaltet ihre Titelseiten nach dem Prinzip "Lieber frech und frei als brav". In diesem Fall ist das missglückt. Und das tut mir leid", schrieb Chefredakteur Georg Löwisch am Samstag in einem Blog-Eintrag der Zeitung. Auf dem Cover der "taz. am Wochenende" war unter der Zeile "Blühende Landschaften" üppiger Grabblumenschmuck samt einer Birne über einem Trauerflor zu sehen. In sozialen Netzwerken fanden das viele geschmacklos.

Löwisch erläuterte am Samstag: "Wenn ehemals Mächtige sterben, dann setzt häufig eine unkritische Verklärung ein. Der Leitsatz "Von den Toten nichts, wenn nichts Gutes" führt oft genug auch zum unaufrichtigen Umgang mit dem Wirken eines Politikers. Mit unserer Titelseite zum Tod von Helmut Kohl haben wir versucht, einen Kontrapunkt zu diesem Effekt zu setzen. Das ging daneben."

Und weiter schrieb Löwisch: "Ein Witz, der von so vielen falsch verstanden wird, ist schlecht. Unsere Seite eins, die von uns durchaus als kritische Würdigung des Altkanzlers gemeint war, ist anders angekommen: als Respektlosigkeit gegenüber dem Tod eines Menschen."

(felt/dpa)
 
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