kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Angela Merkel
  Foto: AP, AP
Kommentare ()

Widerstand in der CDU: Kritik lässt Merkel kalt

VON MICHAEL BRÖCKER - zuletzt aktualisiert: 11.01.2010 - 08:01

Berlin (RP). Weg vom christlich-konservativen Milieu, hin zur sozial-ökologischen Wählerschaft. Trotz Mitgliederschwund und den größten Verlusten bei einer Bundestagswahl seit 1949 hält CDU-Chefin Merkel an ihrem Modernisierungskurs fest. Konservative organisieren den Widerstand.

Als Bundeskanzlerin kann Angela Merkel trotz des schlechten Starts ihrer Regierung auf eine solide Mehrheit an Wohlgesinnten im Volk zählen. Als Parteivorsitzende schmilzt ihr Rückhalt indes wie das berühmte Eis in der Sonne.

Konservative mahnen zu Analyse

Die Konservativen in der Partei mahnen eine kritische Analyse des Ergebnisses der Bundestagswahl an. Mit 27,7 Prozent hatte die CDU das schlechteste Ergebnis seit 1949 erzielt. Auf der am Mittwoch beginnenden Vorstandsklausur soll nun Klartext gesprochen werden. Die Kanzlerin müsse endlich "parteipolitische Identifikation" zeigen, monieren führende CDU-Politiker aus den Ländern. "Wir verlieren Wähler und Mitglieder. Irgendwas läuft also nicht", sagt Otto Wulff, Chef der mächtigen Senioren-Union.

CDU-Präsidiumsmitglied Philipp Mißfelder kündigt gar eine neue Initiative des "Einstein-Kreises" zur konservativen Ausrichtung der Partei an. Zu den Mitgliedern gehören der künftige baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus, NRW-Generalsekretär Hendrik Wüst und der CSU-Politiker Markus Söder. Ein unverhohlenes Signal an die Kanzlerin und ihren Kurs.

Merkel-CDU vernachlässigt Traditionsbataillone

Das Muster der Vorwürfe ist stets gleich: Die Merkel-CDU vernachlässige die Traditionsbataillone, die Wertkonservativen, die Vertriebenen, die Christen und den Mittelstand. Stattdessen kümmere sich die Parteichefin lieber um Öko-Projekte und Krippenplätze. Da passt es, dass Merkels erster politischer Termin nach ihrem Weihnachtsurlaub heute eine Artenschutz-Konferenz ist. Für den Artenschutz in der Partei hat sie wenig übrig. Ein Unterstützung signalisierendes Treffen mit der umstrittenen Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach oder ein Entlastungssignal im Steuerstreit wäre einigen Parteifreunden lieber gewesen.

 "Wir müssen darüber nachdenken, wie wir die Stammwähler wieder stärker an die Partei binden", fasst der rheinland-pfälzische CDU-Chef Christian Baldauf zusammen. Die Gründung eines katholischen Arbeitskreises in der "Christlich Demokratischen Union" gilt als Beleg für die Distanz der CDU zu den Kirchen – auch wenn der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und die evangelische Ratspräsidentin Margot Käßmann Gastredner auf der Vorstandsklausur sein werden.

Wohltemperiertes "Über-den-Dingen-Schweben"

Merkels sanfter Führungsstil in der Regierung, dieses wohltemperierte "Über-den-Dingen-Schweben", das sie in der großen Koalition perfektioniert hat, kritisieren Christdemokraten intern. So könne sie keine Impulse für die Partei setzen. "Die CDU war immer eine Kanzlerpartei", sagt Helmut Kohls früherer Wahlkampfchef Peter Radunski: "Aber die Kanzlerin muss auch eine Christdemokratin sein." Merkels Popularität alleine könne der CDU den Status einer Volkspartei nicht garantieren,",so Radunski. Zu Kohls Zeiten seien die Beliebtheitswerte von Kanzler und Partei stets ähnlich gewesen.

Merkel setzt auf sozial-ökologische Wählerschichten

Merkel setzt ihren Modernisierungskurs indes unbeirrt fort. Sie ist überzeugt, dass die Union in den sozial-ökologischen Wählerschichten mehr hinzugewinnen kann, als sie im christlich-konservativen Milieu verliert. Wahlforscher Matthias Jung soll das auf der Klausur mit Zahlen belegen. Im Steuerstreit zeichnet sich zudem ab, dass die CDU-Chefin gegen die FDP entscheiden wird. Merkel wolle bis zur Landtagswahl lieber über "Zukunftsthemen" diskutieren, heißt es: Bildung, Familie und Umwelt. Im Kanzleramt würden einige in NRW sogar einer schwarz-grünen Koalition den Vorzug vor Schwarz-Gelb geben. Selbst, wenn dann die Mehrheit im Bundesrat fehlen würde. "Schwarz-Grün wäre es wert", sagt ein Merkel-Stratege.

Quelle: RP

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

Bildungsministerin unter Druck

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

Der Gründer der Internet-Plattform VroniPlag erhebt schwere Vorwürfe gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan und fordert ihren Rückt ... mehr 

Romney vor Kandidatur für US-Präsidentenamt

Nach Vorwahl in Texas

Romney vor Kandidatur für US-Präsidentenamt

Mit einem Sieg bei der Vorwahl in Texas hat sich der US-Republikaner Mitt Romney die Nominierung als Präsidentschaftskandidat gesichert. mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Bildungsministerin unter Druck

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

Der Gründer der Internet-Plattform VroniPlag erhebt schwere Vorwürfe gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan und fordert ihren Rücktritt. Sie soll in ihrer Doktorarbeit "Person und Gewissen" deutlich mehr abgeschrieben haben als bisher ... mehr

 
 

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

 

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

 

Drohender Verzug bei Bergung der Abfälle

Altmaier besucht Atommülllager Asse

 
Top-Services