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Strategische Neuausrichtung gefordert: Kubicki verschärft seine Kritik an der FDP

zuletzt aktualisiert: 14.12.2010 - 08:54

Berlin (RPO). FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki erneuert seine Kritik an seiner Partei. Die FDP brauche eine

strategische Neuausrichtung und eine Führung, die begreife, was in den eigenen Reihen geschieht, sagte Kubicki in einem Interview.
 Foto: ddp
Foto: ddp

Der "Leipziger Volkszeitung" sagte der FDP-Fraktionschef im schleswig-holsteinischen Landtag: "Das ist nicht nur eine Personalfrage, sondern eine Frage der selbstbewussten Ausrichtung der Gesamtpartei." Mit der Fortsetzung der bisherigen Politik sei keine Gesundung denkbar.

Kubicki sagte, der Absturz der FDP von 15 auf fünf Prozent in den Meinungsumfragen nach einem Jahr Regierungszeit im Bund habe die Tendenz zur Missachtung der FDP in der Öffentlichkeit verfestigt. Dieses Gefühl könnten die hauptberuflichen FDP-Mandatsträger und Funktionäre eine ganze Weile ertragen, aber die einfachen Mitglieder und die Lokalpolitiker der FDP hielten das nicht lange aus.

Sachsens FDP-Partei- und Fraktionschef Holger Zastrow warf Kubicki Sendungsbewusstsein und Eitelkeit vor. Dessen Einwände kämen "in schöner Regelmäßigkeit. Inzwischen nervt diese Kritik auch, weil es nie etwas Neues ist", sagte Zastrow am Dienstag im Deutschlandfunk. Zu Kubickis Vergleich der FDP mit der Endphase der DDR sagte er: "Das ist so ziemlich der größte Unsinn, den ich seit langem gehört hab."

Zastrow sprach von einer "lösbaren Krise eines Moments" für die FDP. Kubicki konstruiere hingegen eine "globale Existenzkrise". Dies sei unverantwortlich. Zastrow sprach dem Außenminister und FDP-Chef Guido Westerwelle seinen Respekt und sein Vertrauen aus. Westerwelle brauche aber mehr Unterstützung aus der zweiten und dritten Reihe.

Die FDP-interne Protestgruppierung "Liberaler Aufbruch" begrüßte hingegen eine Grundsatzdebatte über den Zustand der Partei. In zentralen Fragen würden die Liberalen "zu häufig einknicken", sagte der Sprecher Frank Schäffler im Deutschlandradio Kultur. Die FDP müsse ihre Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Schäffler wies ebenfalls Kubickis DDR-Vergleich zurück. "Aber er hat die FDP damit noch mal im alten Jahr aufgerüttelt", sagte er.

Quelle: apd/das

 
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