Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
           
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Rheinische Post Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Sexismus-Debatte um Rainer Brüderle: Kubicki wirft "Stern" Tabubruch vor

zuletzt aktualisiert: 26.01.2013 - 10:00

Berlin (RPO). FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki wirft dem Magazin "Stern" vor, FDP-Bundesfraktionschef Rainer Brüderle mit der Veröffentlichung von Sexismus-Vorwürfen politisch schaden zu wollen. Scharfe Kritik an Brüderle kommt indes von Alice Schwarzer. Brüderle sei "schlicht ein Mann von gestern", schreibt die Frauenrechtlerin.

Im Interview mit der Zeitung "Bild am Sonntag" sagte Kubicki: "Der 'Stern' behauptet, er wolle damit das Thema Sexismus in der Politik aufgreifen. Ich sehe einen ganz anderen Grund: Hier soll ein Hoffnungsträger der FDP mutwillig beschädigt werden. Die 'Stern'-Chefredaktion sollte sich die Frage stellen, ob sie das Blatt auf ein Niveau bringen will, dass man es nicht mehr empfehlen kann."

"Ein Skandal, der keiner ist"

Dann fügte der Fraktionsvorsitzende der Liberalen im Landtag von Schleswig-Holstein hinzu: "Hier wurde eine Geschichte zu einem Skandal aufgeblasen, der keiner ist."

Wolfgang Kubicki will sich künftig an Hotelbars nicht mehr mit Journalistinnen unterhalten. Foto: dapd, Jens Schlueter

Kubicki warf dem Magazin einen "Tabubruch" vor und will wegen der Affäre persönliche Kontakte zu Journalistinnen einschränken: "Bislang waren abendliche Gespräche ob beim Essen oder nach einem Parteitag an der Hotelbar ein durch Vertraulichkeit geschützter Bereich."

In Zukunft aber werde er keine Journalistinnen mehr als Wahlkampfbegleitung in seinem Fahrzeug mitnehmen. "Und ich werde künftig Situationen wie Gespräche an der Hotelbar meiden, wenn Journalistinnen beteiligt sind. Denn natürlich rutscht einem da schon mal eine lockere und nicht gelungene Bemerkung heraus. Jetzt muss ich damit rechnen, dass das gegen mich verwendet wird."

Brüderle nahm bislang keine Stellung zu den Vorwürfen der betreffenden "Stern"-Journalistin. In einem Interview mit dem "Focus", das am Samstag vorab veröffentlicht wurde, sagte er auf Nachfrage bloß: "Kein Kommentar."

 "Sie können ein Dirndl auch ausfüllen"

Die Journalistin Laura Himmelreich schilderte in einem Porträt über Brüderle unter anderem eine Situation vor gut einem Jahr, bei welcher der 67-Jährige auf ihre Brüste geschaut und gesagt haben soll: "Sie können ein Dirndl auch ausfüllen." Mitte des Monats hatte schon eine Autorin von "Spiegel Online" über Diskriminierung durch Mitglieder der Piratenpartei berichtet.

Frauenrechtlerin Alice Schwarzer kritisiert Brüderle indes scharf. Er sei"kein Politiker mit Zukunft mehr, sondern ein Mann von gestern", schreibt die 70-Jährige am Freitag in ihrem Blog. Sexismus sei auch heute allgegenwärtig. "Je jünger die Frau, umso mehr muss sie sich darauf gefasst machen, geilen Blicken und sabbernder Anmache ausgesetzt zu sein", schreibt die Feministin. Es gebe kaum eine Frau, die nicht schon gequält über "Scherze à la Brüderle" gelacht habe.

Die Sexismus-Debatte wurde auch intensiv in den sozialen Netzwerken geführt. Im Kurzmitteilungsdienst Twitter teilten unzählige Menschen unter dem Hashtag (Stichwort) #aufschrei ihre Erfahrungen mit alltäglichem Sexismus mit. Der Begriff #aufschrei war deutschlandweit bereits am Morgen der meistgenannte Begriff.

Im Sekundentakt gingen neue Tweets ein. Sogar weltweit erreichte der Begriff in den sogenannten Trending Topics einen Platz unter den ersten Zehn. Vor allen Frauen twitterten über erlebte Beleidigungen, Diskriminierungen und Übergriffe. Aber auch Männer beteiligten sich an der Diskussion.

Quelle: APD/csi
Mehr zu den Themen dieses Artikels

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung. Beachten Sie
dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
CSU nennt Steinbrück einen Wendehals

Kritik an Steinbrücks Sofortprogramm

CSU nennt Steinbrück einen Wendehals

Sollte er die Wahl gewinnen, will SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück als erstes das umstrittene Betreuungsgeld abschaffen, einen gesetzlich ... mehr 

Salafisten greifen Polizisten an - ein Toter

Gewaltsame Proteste in Tunesien

Salafisten greifen Polizisten an - ein Toter

Bei Protesten tunesischer Salafisten in Tunis hat es am Sonntag ein Todesopfer mehr als ein ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Kritik an Steinbrücks Sofortprogramm

CSU nennt Steinbrück einen Wendehals

Gewaltsame Proteste in Tunesien

Salafisten greifen Polizisten an - ein Toter

Friedenskonferenz "unrealistisch"

Assad düpiert USA und Russland

Mehrere Tests am Wochenende

Nordkorea provoziert mit Raketentest

Videos

Video

Vorgestellt: Nashorn Kibibi aus dem Krefelder Zoo

Kibibi ist zwei Jahre alt und lebt im Krefelder Zoo. Doch lange kann sie dort nicht mehr bleiben, denn ihre Mutter ist erneut schwanger. ... mehr 

Assad gibt Friedensinitiative keine Chance

Syriens Präsident will keinen Dialog mit Terroristen. mehr 

Kritik an Steinbrücks Sofortprogramm

CSU nennt Steinbrück einen Wendehals

Sollte er die Wahl gewinnen, will SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück als erstes das umstrittene Betreuungsgeld abschaffen, einen gesetzlichen Mindestlohn sowie ein Gesetz zur gleichen Bezahlung von Männern und Frauen einführen. Die CSU findet das ... mehr

 

Debakel Drohnenprojekt "Euro Hawk"

De Maizière will Bericht vorlegen

 

SPD-Kanzlerkandidat spricht über seine Ziele

Steinbrück will Mindestlohn schnell einführen

 

Blutiger Bürgerkrieg in Syrien

Assad befürchtet Intervention des Westens

 

Spannende Landtagswahl in Bayern

Seehofer schreibt absolute Mehrheit ab

 

Probleme bei Aufklärungsdrohne Euro Hawk

Der Druck auf Minister De Maiziere wächst

Top-Services
 
Jetzt Fan werden!

Werden Sie jetzt Facebook-Fan von RP ONLINE und verpassen Sie keine News mehr.

Jetzt Facebook-Fan werden von RP ONLINE