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NRW-Initiative im Bundesrat
Kükenschreddern soll 2017 aufhören

Das ist Christian Schmidt
Das ist Christian Schmidt FOTO: dpa, geb lre wst fdt
Berlin. 21 Tage werden Hühnereier bebrütet. Dann schlüpfen in der Legehennenzucht die Küken - und alle männlichen werden geschreddert oder vergast. Das soll sich jetzt ändern, sagt Agrarminister Schmidt. Die Opposition spricht von einer "Luftnummer".

Das von Tierschützern scharf verurteilte Töten von Millionen männlichen Küken soll mit einer frühzeitigen Geschlechtsbestimmung im Hühnerei beendet werden. "Mein Ziel ist, dass das Kükenschreddern 2017 aufhört", sagte Agrarminister Christian Schmidt (CSU) am Donnerstag in Berlin. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 45 Millionen männliche Küken nach dem Ausbrüten getötet, weil sie für die Eierproduktion nicht benötigt werden.

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Die Opposition im Bundestag hält Schmidts Plan für unzureichend und fordert verbindliche statt freiwillige Regeln für die Branche. Nordrhein-Westfalens grüner Verbraucherschutzminister Johannes Remmel kündigte für diesen Freitag eine Bundesratsinitiative an. Ziel ist, das Bundestierschutzgesetz zu ändern und damit das Töten von Tieren aus ökonomischen Gründen zu verbieten. Schmidts Plan sei eine "Luftnummer", sagte Renner.

Neben den Grünen fordert auch die Linke ein verbindliches Ausstiegsszenario. "Freiwillige Vereinbarungen mit der Geflügelindustrie und Forschungsprojekte reichen nicht aus", betonte die Abgeordnete Birgit Menz.

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Nach den Vorstellungen des Bundesagrarministers soll in Zukunft das Geschlecht eines Embryos bereits nach drei Tagen im Ei bestimmt werden. Dann könnten statt lebender Küken befruchtete Eier aussortiert werden. Für die Weiterentwicklung der entsprechenden Methode sicherte Schmidt der Universität Leipzig und ihren Partnern noch einmal 1,17 Millionen Euro Fördergelder zu. Bisher wurden bereits etwa 2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Die Leiterin des Projekts in Leipzig, Maria Krautwald-Junghans, ist zuversichtlich, dass das Gerät rechtzeitig entwickelt werden kann. Dabei soll mit Lasertechnologie ein kleines Loch in das drei Tage bebrütete Ei gefräst werden und dann mit einer "Nah-Infrarot-Raman-Spektroskopie" das Geschlecht des Embryos bestimmt werden. Danach muss das Ei wieder verklebt werden.

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Auch Tierschützern gehen die Pläne nicht weit genug. Der Deutsche Tierschutzbund betonte am Donnerstag, langfristig sei eine Abkehr vom bisherigen System notwendig, etwa durch die Zucht von "Zweinutzungshühnern", die als Eier- und Fleischproduzenten eingesetzt werden können. "Ein Bundesminister, der selbst sagt, dass das Kükentöten gegen den Grundsatz des Tierschutzgesetzes verstößt, kann eigentlich nur ein Verbot aussprechen."

Ebenfalls am Donnerstag unterzeichneten Schmidt und die Geflügelwirtschaft eine Vereinbarung, die das umstrittene Schnabelkürzen bei Legehennen und Mastputen bis August 2016 beenden soll. Ausnahmen sollen nach Angaben der Produzenten jedoch möglich bleiben, etwa bei Federpickerei und Kannibalismus unter den Tieren. Ebenso wie bei der Beendigung des Kükenschredderns müssten europaweite Regeln greifen, damit die deutsche Geflügelwirtschaft konkurrenzfähig bleibe.

(dpa)
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