Grüne sollen der Union die Stirn bieten: Künast beansprucht Führungsrolle im linken Lager
zuletzt aktualisiert: 18.09.2010 - 17:43Berlin (RPO). Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Renate Künast, sieht ihre Partei und nicht die SPD als neuen Hauptgegner der Union. Beim Bahnprojekt "Stuttgart 21", in der Energiepolitik und in der Familienpolitik böten die Grünen der Union die Stirn, nicht die Sozialdemokraten.
Das sagte Künast im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Es sei "nicht automatisch so, dass die SPD im linken Lager den Ton angibt".
Die Fraktionschefin warnte ihre Partei zugleich davor, die hohen Umfragewerte von bundesweit bis zu 22 Prozent für bare Münze zu nehmen: "Das sind schöne Zahlen, aber sie stellen eine Stimmung dar und noch keine Stimmen. Wir wollen auf dem Teppich bleiben und müssen auch dafür sorgen, dass wir nicht mit dem Teppich abheben. Wir träumen nicht davon, eine Volkspartei neuen Typs zu werden", meinte Künast.
Eine klare Absage erteilte die Grünen-Politikerin angesichts von sechs Landtagswahlen im kommenden Jahr einer weiteren Koalition mit der CDU: Der Beschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Laufzeiten der Kernkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre zu verlängern, verstünden die Grünen als Kampfansage.
"Es hat Klack gemacht, als Frau Merkel die Tür für Schwarz-Grün zugezogen hat. Und jetzt ist die Tür eben zu. Solange der Atombeschluss steht, läuft Schwarz-Grün nicht", sagte Künast. Eine schwarz-grüne Landesregierung gibt es bislang nur in Hamburg. Im Saarland sind die Grünen zudem ein Bündnis mit Union und FDP eingegangen.
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