Beraterposten bei Merkel: Künast fordert Ackermanns Entlassung
zuletzt aktualisiert: 15.05.2010 - 08:54Leipzig (RPO). Grünen-Bundestagsfraktionschefin Renate Künast fordert nach den jüngsten Äußerungen von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zur Zahlungsfähigkeit Griechenlands seine Entlassung als Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Merkel muss jetzt klar sagen, was gilt: Das, was sie sagt, oder was ihr dampfplaudernder Chefberater von sich gibt", sagte Künast.
Ackermanns Verhalten sei unverantwortlich und unverschämt, so Künast gegenüber der "Lepiziger Volkszeitung". Ackermann hatte am Donnerstag im ZDF Zweifel geäußert, dass Griechenland seine Schulden jemals abzahlen kann. Künast schimpfte: "Erst spielt er Merkels großen Berater, und wenn das Rettungspaket unter großen Mühen endlich durchgesetzt ist, sagt er: Das nützt nichts." Mit solchen Äußerungen gefährde Ackermann den Erfolg des Euro-Rettungsschirms. "Profi ist, wer in solchen Momenten auch mal fünf Minuten den Mund halten kann", sagte Künast.
Als Berater der Bundeskanzlerin sei Ackermann nicht mehr tragbar, urteilte Künast. "Was soll man davon halten, wenn Merkel sagt, der Rettungsschirm ist notwendig - und dann kommt ihr Chefberater und erklärt: Das bringt alles nichts?", fragte sie.
Den milliardenschweren Euro-Rettungsschirm bezeichnete Künast als grundsätzlich richtig, kritisierte aber, dass der Bundestag bisher nicht einbezogen worden sei. "Das darf nicht wieder eine geschlossene Aktion der EU-Kommission mit den nationalen Regierungen werden", sagte sie. "Dafür geben wir der Bundesregierung keinen Blankoscheck."
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