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Renate Künast PANORAMA
  Foto: dapd, dapd
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Vernachlässigung des Themas Pflege: Künast: Rösler rührt "keinen Finger"

zuletzt aktualisiert: 08.12.2010 - 10:07

Osnabrück (RPO). Grünen-Fraktionschefin Renate Künast hat Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) eine grobe Vernachlässigung des Themas Pflege vorgeworfen. Künast: "Der Minister hat seit einem Jahr keinen Finger gerührt, dabei brennt es bei diesem Thema schon lange lichterloh." Schon heute fehlten 52.000 ausgebildete Pflegekräfte, erklärte die Grünen-Politikerin.

"Das zeigt aber auch das große Potenzial des Pflegebereichs, neue zukunftssichere Arbeitsplätze zu schaffen", so Künast in der "Neuen Osnabrücker Zeitung".Künast rief Rösler dazu auf, dringend zu handeln. "Sonst bleibt von der Chance nur die riesige Lücke an fehlenden Fachkräften übrig." Am dringendsten sei es, den Pflegeberuf attraktiver zu machen.

Dazu sei eine bessere Bezahlung nötig. Das Ausbildungssystem müsse so durchlässig werden, dass eine fähige Assistenzkraft später auch einen Fachhochschulabschluss erwerben könne. Die Unternehmen seien gefordert, gute Arbeitsbedingungen anzubieten - von der Kinderbetreuung bis zur Weiterbildung.

Rösler hatte am Dienstag Vereine und Verbände zu einer ersten Runde des Pflegedialogs nach Berlin eingeladen. Anschließend erklärte er mit Blick auf den Fachkräftemangel in dem Bereich, man sei sich einig, dass der Pflegeberuf attraktiver gemacht werden müsse. So solle die Alten- und Krankenpflege in einem einheitlichen Berufsbild zusammengefasst werden. Außerdem müssten Bürokratie abgebaut sowie die Zuwanderung von Fachkräften erleichtert und Aufstiegsperspektiven eröffnet werden.

Der Präsident des Deutschen Pflegerats, Andreas Westerfellhaus, sprach am Dienstagabend von sehr konstruktiven Gesprächen. Es sei ein wichtiger Zeitpunkt, der Berufsgruppe das Signal zu senden: "Das Problem ist angekommen". Es werde ein einheitliches Pflegegesetz geben.

Rösler hat für das kommende Jahr eine Reform der Pflege und der Pflegeversicherung angekündigt. Bei weiteren Expertengesprächen in den kommenden Monaten soll es nach seinen Ausführungen um die pflegenden Angehörigen, die Entbürokratisierung, Demenzkranke, die Frage der Begutachtung, unterschiedliche Wohnformen sowie die Finanzierung gehen. Bei der Pflegeversicherung hat sich der Minister für die Einführung einer kapitalgedeckten Zusatzversicherung ausgesprochen.

Quelle: KNA/nbe

 
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