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Drei Bundeswehrsoldaten in Nordafghanistan getoetet
  Foto: ddp, ddp
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Nur noch sechs Monate: Kürzere Wehrpflicht zwingt Bundeswehr zum Umbau

VON GREGOR MAYNTZ - zuletzt aktualisiert: 25.11.2009 - 08:29

(RP). Die FDP wollte sie abschaffen, die Union beibehalten. Heraus kam bei den Koalitionsverhandlungen der Kompromiss: Die Wehrpflicht wird ab 2011 erneut verkürzt – von neun auf sechs Monate. Anders als in den zurückliegenden Kürzungsschritten, die Anfang der 70er Jahre bei 18 Monaten ansetzten, wird es nach Einschätzung von Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan dieses Mal aber nicht reichen, einfach drei Monate rauszustreichen. Notwendig werde ein tiefgreifender Umbau.

Denn in der Truppe mehren sich die Zweifel, was in einem halben Jahr noch an militärischen Fähigkeiten erlernt und abgerufen werden kann. Ein erstes Modell in der Koalition geht von drei Monaten Grundausbildung, einem Monat Fachausbildung und zwei Monaten Truppendienst aus, wobei in dieser Variante der "Urlaub" hinten dran gehängt werden soll, die Wehrpflicht also de facto sieben Monate dauern soll.

Schneiderhans Devise: "Es ist jetzt erforderlich, die Dienstzeit gut und nutzbringend zu gestalten und für die einzuberufenden jungen Männer nachvollziehbar militärisch zu begründen." Insgeheim hoffen die Militärs darauf, dass die Rekruten in den ersten Monaten den Dienst als so attraktiv empfinden, dass sie spontan freiwillig länger dienen – gegen relativ gute Bezahlung versteht sich.

Der Umbau wird umfangreicher ausfallen, als die Soldaten heute ahnen. Denn der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will nicht nur den Wehrdienst neu organisieren. Er will die gesamte Bundeswehr auf Einsatzbereitschaft und Einsatzfähigkeit trimmen. Anfang 2010 will Guttenberg eine Expertenkommission einsetzen, die ihm bis Ende des Jahres Vorschläge für eine Reform ausarbeiten soll. Schon die letzte "Transformation", die noch nicht in allen Teilen abgeschlossen ist, hatte vor allem zum Ziel, aus der auf Heimatverteidigung fixierten Truppe eine Einsatzarmee zu machen.

Allerdings häufen sich die Klagen, dass weite Teile der Bundeswehr die Einsatzbedingungen noch nicht realisiert haben. Das reicht von Vorschriften über die Mülltrennung selbst unter Beschuss in Afghanistan bis hin zu Wartungsintervallen für Trittleitern in Hubschraubern. Der Bundeswehrverband fürchtet, dass die Wehrdienstverkürzung nur der erste Schritt ist. "Ich mache mir große Sorgen, dass das gegebenenfalls doch der Einstieg in den Ausstieg ist", sagte Verbandschef Oberst Ulrich Kirsch.

Quelle: RP

 
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