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Turbo-Abitur: Kultusminister stimmen für flexibles Abitur

zuletzt aktualisiert: 06.03.2008 - 18:50

Berlin (RPO). Die Kultusminister wollen beim Turbo-Abi Verbesserungen vornehmen. Künftig sollen die Bundesländer mehr Freiheiten bei der Gestaltung des Stundenplans haben. Allerdings soll die Gesamtzahl der Wochenstunden erhalten bleiben.

Damit will die Kultusministerkonferenz Klagen über die Belastung der Schüler vor allem in den westlichen Bundesländern begegnen. Während in den alten Bundesländern die Gymnasialzeit erst seit Anfang dieses Jahrzehnts von 13 auf zwölf Jahre verkürzt wurde, haben die ostdeutschen Bundesländer die zwölfjährige Schulzeit aus der DDR übernommen. Die verkürzte Schulzeit soll es den Jugendlichen ermöglichen, früher eine Ausbildung oder ein Studium zu beginnen und nicht mehr Schlusslicht in Europa beim Einstieg in das Berufsleben zu sein.

Die Minister erklärten: "Der verantwortungsvolle Umgang mit der Lebens- und Ausbildungszeit junger Menschen ist für die KMK von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig müssen bei Veränderungen der Schulzeit die Qualität des Schulabschlusses gewahrt bleiben und die Lebens- und Lernsituation von Schülern berücksichtigt werden."


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 Qualifizierungsoffensive

Bundesbildungsministerin Annette Schavan und die KMK-Vorsitzende, die saarländische Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), betonten, die Ganztagsschule solle ein Angebot bleiben.

Schavan wies darauf hin, dass das Vier-Milliarden-Programm des Bundes zur Einrichtung von Ganztagsschulen noch bis 2010 laufe. 2009 werde Bilanz gezogen. Angesichts sinkender Schülerzahlen nehme sie nicht an, dass es weiteren Bedarf geben werde. Priorität habe zunächst die Qualifizierungsoffensive, mit der Bund und Länder vor allem schwächere Kinder und Jugendliche fördern wollen. Dazu gehört auch ein Ausbildungsbonus, den Unternehmen erhalten sollen, wenn sie einem schwer vermittelbaren Jugendlichen einen Ausbildungsplatz geben.

Das Programm soll um konkrete Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern ergänzt werden, wie die KMK und Schavan beschlossen. Im Herbst soll die Qualifizierung Thema eines Bildungsgipfels von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten in Dresden sein.

Laut Kramp-Karrenbauer soll es Vereinbarungen geben etwa zur Aus- und Weiterbildung von Erziehern, für eine bessere Sprachförderung von Kindern im Vorschulalter, für den Ausbau des Förderunterrichts an Schulen und die Verbesserung von Ausbildungschancen von Migranten.

Kritik von Philologen

Der Deutsche Philologenverband (DPhV) hat angesichts der Diskussionen um Reformen am umstrittenen Turbo-Abitur nach zwölf Jahren vor einem Qualitätsverlust an Gymnasien gewarnt. Die angestrebte Flexibilisierung beim Stundenpensum bis zum Abitur heiße nichts anderes, als Kürzungen zu ermöglichen, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Die Gefahr eines Qualitätsverlusts sei dann "sehr groß". Schon jetzt gebe es in anderen Ländern deutlich mehr Unterricht. Der Philologenverband vertritt die Lehrer an Gymnasien.

Meidinger plädierte stattdessen dafür, dass Gymnasien mit achtjähriger Schulzeit zumindest teilweise zu Ganztagsschulen umgebaut werden müssen. Dann sei eine andere Rhythmisierung des Unterrichts möglich, wodurch etwa Förderstunden in den Stundenplan integriert werden könnten. In Ländern mit zwölf Jahren bis zum Abitur gebe es keine Halbtagsschulen wie in Deutschland, betonte der Verbandspräsident. Er sprach sich zudem gegen weitere Reduzierungen bei den Lehrplänen aus. Es sei schon jetzt eine Grenze erreicht, sagte Meidinger.

Quelle: ap

 
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