Kontakte zu radikaler Gruppe: Kurnaz in Anti-Terror-Datei gespeichert
zuletzt aktualisiert: 06.04.2007 - 14:47Berlin (RPO). Murat Kurnaz, der 2006 aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo entlassen wurde, ist in der neuen Anti-Terror-Datei gespeichert. Grund für die Speicherung sollen seine Kontakte zu einer radikal-islamischen Gruppe sein.
Das berichtet das Magazin "Focus". Angeblich sei Kurnaz 2001 nach Pakistan gereist, um sich der vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuften Gruppe Tabligh-i-Jamaat anzuschließen. Das Bundesinnenministerium wollte den Bericht nicht kommentieren.
Der Kontakt zu Tabligh-i-Jamaat sei ein Grund gewesen, Kurnaz als "Mitglied einer unterstützenden Gruppierung" in die Anti-Terror-Datei aufzunehmen, schrieb das Magazin weiter. Sicherheitsexperten in Bremen hätten erklärt, dafür nicht zuständig gewesen zu sein und auf die Bundesbehörden verwiesen.
Die Datei war am Freitag letzter Woche von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble freigeschaltet worden. Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus vernetzt sie die Informationen von 38 Polizeibehörden und Nachrichtendiensten. Rund 15.000 Datensätze sind gespeichert, die Gesamtzahl der erfassten Personen liegt bei 13.000.
Auf die Antiterrordatei haben das Bundeskriminalamt, die Bundespolizeidirektion, die Landeskriminalämter, die Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder, der Militärische Abschirmdienst, der Bundesnachrichtendienst und das Zollkriminalamt Zugriff. Der Sitz der Datei ist beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden.
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