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Lafontaine Wagenknecht Linke Traumpaar
  Foto: dpa
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Wagenknecht ist die Frau an seiner Seite: "Lafontaine in love"

zuletzt aktualisiert: 13.11.2011 - 17:17

Saarbrücken (RPO). Am Ende seiner Rede fühlte sich Oskar Lafontaine bemüßigt zu erklären, warum Sahra Wagenknecht zum Parteitag der saarländischen Linken gekommen war. Er habe sie eingeladen, sagte der Chef der Linksfraktion im Landtag von Saarbrücken am Samstag den rund 150 Delegierten. Nicht in erster Linie als stellvertretende Partei- und Fraktionsvorsitzende oder gar als Wortführerin der Kommunistischen Plattform, sondern als seine Freundin.

„Ich lebe seit einiger Zeit getrennt und bin mit Sahra eng befreundet. Das wars dann auch. Mehr hab ich dazu nicht zu sagen”, beendete Lafontaine seine knapp einstündige Rede auf dem Landesparteitag. Sagte es, und überließ es den Delegierten, sich ihren Reim darauf zu machen.

Ein „Paukenschlag bei den Linken”, nannte das die Online-Ausgabe der „Bild”-Zeitung. Endlich eine Bestätigung für die Liaison zwischen dem 68-Jährigen und der 42-Jährigen, von der so oft gemunkelt worden war? Lafontaine reagierte genervt.

Er ließ sich nur abringen: „Ich habe zwei Sätze gesagt, und diese zwei Sätze bleiben bestehen”. Im Übrigen sei er der Meinung, bei Politikern sollte man „über die politischen Themen diskutieren, nicht über ihr Privatleben”.

Das neue Traumpaar der Politik: Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht auf den Parteitag der Linken in Saarbrücken. Foto: dapd, Thomas Wieck

Bereits die gemeinsame Ankunft der beiden auf dem Parteitag habe am Vormittag bei Delegierten und Gästen für Überraschung gesorgt, heißt es bei „bild.de”. Wagenknecht selbst habe den Parteitag kurz nach der Rede Lafontaines wieder verlassen - und zwar ohne zu den Delegierten gesprochen zu haben.

"Lafontaine in love”

Doch da hatten die Fotografen bereits für die Geschichte von Oskar und Sahra - oder für „Lafontaine in love” - ihre Bilder. Darauf sitzen sie Seit an Seit am Tisch, der für „Geladene Gäste” reserviert ist. Sie trägt an der rechten Hand ihren (Ehe)-Ring. Die Köpfe sind einander zugeneigt, sie redet, er hört interessiert zu.

„Bild” hatte die beiden von Anfang an im Blick und berichtet, Wagenknecht habe dem Saarländer verliebte Blicke zugeworfen. „Ein Lächeln, ein Blinzeln, gemeinsam waren sie zuvor auch aus Lafontaines Wagen gestiegen, doch dann hielten sie Abstand.”

Doch auch der Reporter vor Ort bekam von beiden nur eine Abfuhr:
„Es ist alles gesagt, mehr gibt es nicht”, blaffte Lafontaine. Auch Wagenknecht wollte sich nicht äußern: „Es ist alles gesagt.”

Lafontaine war drei Mal verheiratet und hat zwei Söhne. Seine dritte Ehefrau, Christa Müller, ist familienpolitische Sprecherin der Linken im Saarland. Wagenknecht gilt als politische Ziehtochter Lafontaines.

Über Wagenknechts Privatleben ist bislang nicht viel durchgedrungen: Seit 1997 ist sie mit dem westdeutschen Filmproduzenten und Geschäftsmann Ralph-Thomas Niemeyer verheiratet, der sich selbst als eher liberal einstuft und seine Gattin „Stalinistin” nennt. Er lebt in Irland.

Lafontaines Stellung in der Partei bleibt unstreitig

Führende Linken-Politiker gehen davon aus, dass Wagenknecht und Lafontaine nach der Bekanntmachung ihrer Beziehung weiter Chancen auf Spitzenämter in der Partei haben. Der Berliner Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich, einer der Wortführer des Reformerflügels, sagte dem „Tagesspiegel”: „Sowohl Sahra Wagenknecht als auch Oskar Lafontaine haben eine eigenständige politische Karriere hinter sich. Sie haben das Recht, auch künftig eigenständig bewertet zu werden.”

Ein anderer Ost-Funktionär betonte im Gespräch mit der Zeitung:
„Lafontaines Stellung in der Partei bleibt unstreitig. Es ändert sich auch nichts an der Akzeptanz, die Sahra Wagenknecht in der Partei hat.” Wagenknecht hätte „immer eine Mehrheit, egal ob auf einem Parteitag oder bei einer Urwahl”.

Beim linken Flügel wird das ähnlich gesehen. Wagenknecht habe alle Chancen auf das Amt der Parteichefin, wenn sie denn nur wolle, hieß es. „Die Beziehung schadet ihnen nicht. Das ist eine private Sache.”

Linken-Fraktionschef Gregor Gysi machte sich erneut für eine größere Rolle Oskar Lafontaines stark. „Er ist wieder gesund, er ist quicklebendig”, sagte er dem Hamburger Nachrichtenmagazin „Spiegel”. „Sicher ist er im Saarland auch etwas unterfordert.” Gysi warb dafür, bei der Parteiführung am bisherigen Modell mit Doppelspitzen aus Mann und Frau aus Ost und West festzuhalten. „Anders geht es nicht”, sagte Gysi. Sie kämen jetzt „gut miteinander klar”. Gysi galt lange als verfeindet mit Wagenknecht, die als einstige Wortführerin der Kommunistischen Plattform alle Reformbemühungen in der früheren PDS bekämpft hatte.

Sahra Wagenknecht ist inzwischen ganz oben in den Führungszirkeln der Linkspartei angekommen. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis die Marxistin ganz an die Spitze der Partei rückt - mit oder ohne ihren Mentor Lafontaine, das ist jetzt die Frage.

Quelle: APD/AFP

 
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