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Oskar Lafontaine Panorama 2009
  Foto: dapd, APN
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Linke-Chef nach der Krebs-Operation: Lafontaine spricht über Krankheit und Tod

zuletzt aktualisiert: 27.01.2010 - 21:28

Düsseldorf (RP). Oskar Lafontaine (Die Linke), der vor wenigen Tagen krankheitsbedingt seinen Rückzug aus der Bundespolitik bekannt gegeben hatte, spricht Aufsehen erregend über Krankheit und Tod. Zugleich sendet der vom Vorsitz der Linkspartei Zurückgetretene deutliche Signale der Versöhnungsbereitschaft an den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder aus.

Gegenüber der heute erscheinenden Illustrierten „Stern” sagt der 66-Jährige, er könne nach seiner Prostatakrebs-Operation ohne Probleme noch Reden halten oder Sitzungen durchstehen. Jedoch müsse in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden, ob da etwas geblieben sei oder nicht. Lafontaine räumt ferner ein, Anfang 2009 Herzprobleme gehabt zu haben. Auch bekäme er eine Virus-Infektion der Atemwege nicht unter Kontrolle.

Seit dem Messer Attentat 1990, bei dem ihm eine geistig verwirrte Frau in den Hals gestochen hatte, habe er gedacht: „Wenn mich mal eine Krebserkrankung erwischt, dann höre ich auf.“ Das Attentat habe seine Lebenseinstellung verändert: „Die Grenzerfahrung des Todes ist eine existenzielle Erfahrung, man wird sie nicht los.“

Auf die Frage, ob ihn die Vorstellung an den Tod schrecke, antwortete der 66-Jährige: „Da wir nicht wissen, was nach dem Tod ist, halte ich die Antwort des Sokrates für richtig: Es gibt keinen Grund, vor dem Tod Angst zu haben.“ Wichtig sei, dass der Tod schnell komme und schmerzfrei sei. Jetzt aber wolle er gesund werden und leben.

Mit Ex-Kanzler Schröder, wegen dem er die SPD verlassen hatte, ist der um wenige Monate ältere Lafontaine zu einer Aussprache bereit. Die Zeit der Verletzung liege lange zurück. Er fügt jedoch hinzu: „Aber es gibt Regeln im Leben: Der Jüngere grüßt den Älteren.“ Als ihm Schröders Ehefrau vor seiner Krebs-Operation öffentlich Genesungswünsche übermittelt habe, habe er ihr geschrieben und gedankt.

Skeptisch äußerte er sich zu einer möglichen Fusion zwischen SPD und Linkspartei. Er werde sie wohl kaum noch erleben. Wenn die Programme beider Parteien sich wirklich einmal hinreichend angenähert hätten, müssten die dann Verantwortlichen klären, ob es sinnvoll ist, zwei Parteien mit dem gleichen Programm zu haben. „Aber mehr und mehr komme ich zu der Überzeugung, dass in den westlichen Industriegesellschaften eine Partei links von der Sozialdemokratie notwendig ist.“

Quelle: Mc/top

 
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