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Zu viel Unterhaltung: Lammert: Medien werden ihrer Aufgabe nicht gerecht

zuletzt aktualisiert: 05.09.2009 - 12:03

Dresden (RPO). Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) wirft den Medien eine einseitig an Unterhaltung orientierte Berichterstattung vor. "Die Prioritäten sind ganz eindeutig in die falsche Richtung verschoben."

Spitzenkandidat der CDU: Norbert Lammert.  Foto: ddp, ddp
Spitzenkandidat der CDU: Norbert Lammert. Foto: ddp, ddp

"Es spricht Bände, dass sich Deutschlands Topjournalisten in Scharen um die unterhaltsamen Themen tummeln, während es für ein für die Zukunft dieses Landes maßgebliches Regelwerk eine eher gelangweilte Aufmerksamkeit gibt", sagte Lammert der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung". Als Beispiel nannte er das große Interesse für Ulla Schmidts Dienstwagen und das Ackermann-Essen im Kanzleramt, während gleichzeitig im Bundestag die Begleitgesetzes zum Lissabon-Vertrag behandelt wurden.

Lammert räumte ein, dass die Unterhaltungsorientierung der Medien auch Einfluss auf die Auswahl des politischen Personals habe. "Der Entertainer ist in einem solchen medialen Umfeld gegenüber dem Experten im Vorteil", so der Parlamentspräsident. Dabei sei nach seiner Erfahrung die Bereitschaft der Bürger, sich mit komplexen und unpopulären Themen auseinanderzusetzen durchaus vorhanden. "Als Politiker muss man sich diese Mühe machen und auch komplizierte Dinge erklären", forderte Lammert.

Quelle: DDP/awei

 
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