| 18.19 Uhr

Landtagswahl in Schleswig-Holstein
Der Schulz-Zug springt aus dem Gleis

Wahlschlappe 2017 für die SPD in Schleswig-Holstein: Schulz reagiert enttäuscht
Meinung | Kiel. Nach der Schlappe im Saarland folgt eine krachende Niederlage in Schleswig-Holstein. Wenn am kommenden Sonntag die Wahl in NRW daneben geht, wäre das Fiasko für die SPD perfekt. Der oft beschworene Schulz-Effekt ist schon jetzt nicht mehr festzustellen. Von Gregor Mayntz

Es sah nach einer perfekten Durchfahrt ins Kanzleramt aus: Martin Schulz bringt eine freudetrunkene SPD zuerst in den Umfragen um zehn Prozentpunkte hoch, dann folgen die Wahlsiege im Saarland, in Schleswig-Holstein und NRW, bis im Herbst die SPD wieder den Kanzler stellt. Doch dieser Schulz-Zug hat schon an der Saar sein Ziel verpasst und ist nun an der Kieler Förde völlig aus der Spur geraten.

Es ist eher unwahrscheinlich, dass eine gestärkte FDP einem derart geschwächten SPD-Ministerpräsidenten als Steigbügel dienen will, um ihn an der Macht zu halten. Vermutlich werden die Liberalen erst einmal die NRW-Wahlen in einer Woche abwarten, bevor sie sich endgültig festlegen. Dann kommt es für jeden Akteur darauf an, was er in welcher Koalition durchsetzen kann. 

Es wird noch spannender in NRW

Porträt in Bildern: Das ist Martin Schulz FOTO: rtr, STN

Jedenfalls sind die Chancen für Torsten Albig sehr klein geworden, auch in Zukunft Schleswig-Holstein zu regieren. Der Verlust eines Landes ist aus SPD-Sicht jedenfalls das zweitschlechteste Omen für die Bundestagswahl. Ein Verlust von Nordrhein-Westfalen käme einem Fiasko gleich. Ausgeschlossen ist es nach dieser Saar-Förde-Dynamik nicht mehr.

Die Machtoptionen sind jedenfalls bunter geworden. Nach der anfänglichen Prognose sind neben Schwarz-Rot und Rot-Gelb-Grün auch Schwarz-Grün und Schwarz-Gelb-Grün möglich. Es gibt also genügend Möglichkeiten, eine weitere große Koalition zu umgehen, die auch nach Meinung der Spitzenkandidaten von CDU und SPD Notsituationen vorbehalten sein sollte. Es wird noch spannender für NRW und für den Bund.

Quelle: RP
 
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