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Landtagswahlen
Der Super-Sonntag im Schnell-Check

Landtagswahlen: Der Super-Sonntag im Schnell-Check
In gleich drei Bundesländern wird am Sonntag gewählt. FOTO: dpa, bwe kno
Düsseldorf. In gleich drei Bundesländern wird am Sonntag gewählt. Damit Sie nicht den Überblick verlieren, haben wir zusammengefasst, wer schon regiert, wo die AfD voraussichtlich abräumt und warum uns diese Bundesländer etwas angehen. Der Super-Sonntag im Schnell-Check. Von Ludwig Krause

Rheinland-Pfalz

Es ist das Duell in Rheinland-Pfalz: Julia Klöckner (links, CDU) gegen Malu Dreyer (SPD). FOTO: dpa, kno rho
  • Warum ist die Wahl in Rheinland-Pfalz wichtig? Bei den Exporten macht Rheinland-Pfalz in Deutschland kaum einer etwas vor. Außerdem spielt der Tourismus im Rhein-Main-Gebiet eine gewichtige Rolle, größter Arbeitgeber des Landes ist aber der Chemiekonzern BASF.
  • Wer ist an der Macht? Seit 25 Jahren regiert die SPD in Rheinland-Pfalz. Erst mit Rudolf Scharping und Kurt Beck, seit dessen Rücktritt 2013 mit Malu Dreyer. Sie führt das Land gemeinsam mit den Grünen. Derzeit ist die CDU einzige Oppositionspartei im Landtag.
  • Wer gewinnt? Es wird das Duell des Abends: Nach jüngsten Umfragen liegt Malu Dreyers SPD bei 36 Prozent (2011: 35,7 Prozent), die CDU mit Spitzenkandidaten Julia Klöckner liegt bei 35 Prozent (35,2 Prozent). Da ist alles drin.
  • Wie schneiden die anderen ab? Es wird wieder bunter im Landtag: Die FDP dürfte mit 7 Prozent in Umfragen den Sprung in den Landtag schaffen, die Grünen müssen mit 5,5 Prozent deutlicher zittern. Die AfD kommt den Wahlforschern zufolge auf 9 Prozent, die Linke wird es mit 3 Prozent schwer haben.
  • Was war das Thema des Wahlkampfes? Julia Klöckner machte sich auch bundesweit einen Ruf, indem sie ihren "Plan A2" zur Flüchtlingspolitik vorstellte und damit durch die Talkshows zog. Sie steht für eine härtere Gangart als Merkel – und gilt trotzdem als deren "Kronprinzessin". Malu Dreyer hat bundespolitisch für deutlich weniger Aufsehen gesorgt, ist aber dennoch beliebt im eigenen Land.

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Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg streiten Guido Wolf (links, CDU) und Winfried Kretschmann (Grüne) um den Posten des Ministerpäsidenten. FOTO: dpa, bwe htf
  • Warum ist die Wahl in Baden-Württemberg wichtig? Das Bundesland gilt als eines der wirtschaftsstärksten Regionen in ganz Europa, vor allem was Forschung und Entwicklung angeht. Außerdem gehört es zu den Top 3 der Ländern in Deutschland, was die die Aufnahmezahlen von Asylbewerbern angeht.
  • Wer ist an der Macht? Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) erreichte bei der Landtagswahl 2011 mit 24,2 Prozent der Stimmen das beste Ergebnis der Partei in ihrer Geschichte bei einer Landtagswahl. Als zweitstärkste Kraft hinter der CDU einigte man sich auf eine Koalition mit der SPD (23,1 Prozent). Kretschmann ist der erste Ministerpräsident der Grünen.
  • Wer gewinnt? Winfried Kretschmann und die Grünen haben ihre Beliebtheitswerte im Vergleich zu 2011 sogar noch ausgebaut. Nach aktuellen Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen kommt die Partei auf 32 Prozent. So könnte es zu einer Fortsetzung von Grün-Rot kommen. Aber auch CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf macht sich Hoffnungen. Die Christdemokraten schaffen in Umfragen 29 Prozent. Grün-Schwarz hatte Wolf zwar ausgeschlossen. Schwarz-Grün aber nicht ausdrücklich.
  • Wie schneiden die anderen ab? Die SPD schneidet in Umfragen deutlich schlechter ab als bei der vergangenen Wahl. Derzeit schafft sie gerade mal 14 Prozent. Die AfD kommt auf 11 Prozent und ist so gut wie sicher im Landtag. Deutlich knapper wird es für die Linken (4 Prozent) und die FDP (6 Prozent). 2011 waren die Liberalen mit 5,3 Prozent knapp in den Landtag eingezogen, die Linke scheiterte mit 3 Prozent deutlich.
  • Was war das Thema des Wahlkampfes? Flüchtlinge. Nach NRW und Bayern nimmt Baden-Württemberg mit 12,9 Prozent die drittmeisten Asylbewerber in Deutschland auf. Ebenfalls ein strittiges Thema: Die von der grün-roten Regierung eingeführte Gemeinschaftsschule.

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Sachsen-Anhalt

Von rechts: Reiner Haseloff (CDU), Katrin Budde (SPD), Wulf Gallert (Die Linke) und Claudia Dalbert (Grüne). FOTO: dpa, jew
  • Warum ist die Wahl in Sachsen-Anhalt wichtig? Nirgendwo wird sich am Sonntag der Aufstieg der AfD so deutlich zeigen wie in Sachsen-Anhalt. Wahlforscher sagen der Partei als politischer Profiteur der Flüchtlingskrise aus dem Stand Ergebnisse um die 18 Prozent voraus.
  • Wer ist an der Macht? Seit 2002 regiert die CDU in Sachsen-Anhalt, seit 2011 ist Reiner Haseloff Ministerpräsident. Der hat bundesweit vor allem mit einem Auftritt mit "Mr. Baywatch" David Hasselhoff für Schlagzeilen gesorgt und schaffte es vor fünf Jahren auf 32,5 Prozent der Wählerstimmen. In Umfragen liegt er derzeit mit 32 Prozet ziemlich genau dort. Haseloff führt eine Große Koalition mit der SPD (21,5 Prozent im Jahr 2011) an.
  • Wer gewinnt? Trotz AfD-Hoch spricht einiges für Reiner Haseloff und eine Fortsetzung von Schwarz-Rot. Alternativen sind derzeit kaum in Sicht, auch weil Rot-Rot-Grün es nicht auf eine Mehrheit bringt. Kniffelig wird es, wenn erst einmal überhaupt keine Mehrheiten in Sicht sind.
  • Wie schneiden die anderen ab? Die Linke kommt in letzten Umfragen als zweitstärkste Kraft auf 21 Prozent und ist etwas schwächer als noch im Jahr 2011 (23,7 Prozent). Deren Kandidat Wulf Gallert hatte sich im Wahlkampf unter anderem als "Frauenversteher" positioniert. Die SPD versinkt mit 14 Prozent immer weiter im Mittelfeld. Die FDP liegt bei 4,5 Prozent, die Grünen bei 5 Prozent – beide müssen um den Einzug in den Landtag bangen. Für eine Überraschung könnte die NPD sorgen: Sie lag bei der vergangenen Wahl bei 4,6 Prozent. Dieses Mal wird sie aber schwächer eingeschätzt.
  • Was war das Thema des Wahlkampfes? Flüchtlinge und die Stärke der AfD. Niemand kam um die Migrationspolitik herum. Dabei nimmt Sachsen-Anhalt mit 2,8 Prozent am wenigsten Asylbewerber der am Sonntag wählenden Länder auf.

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(lukra)
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