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Trotz scharfer Kritik: Laumann verteidigt "Säufer-Vergleich"

zuletzt aktualisiert: 27.11.2006 - 09:06

Düsseldorf (RPO). Trotz scharfer Kritik hat der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) seine Äußerung zu jungen Arbeitslosen verteidigt. Laumann hatte junge Menschen ohne Job indirekt mit Säufern gleichgesetzt. Der CDU-Politiker erklärte, er habe auf eine "gewaltige Rechtssicherheitslücke" in Deutschland aufmerksam machen wollen.

"Es geht darum, dass ich deutlich machen wollte - sicherlich mit zwei Extremen - dass wir in Deutschland seit Hartz IV eine gewaltige Rechtssicherheitslücke haben", sagte Laumann dem Sender WDR2. Er sehe es so, dass jemand, der den Staat über Jahrzehnte mit Steuern und Beiträgen unterstützt habe, nicht nach zwölf Monaten genauso behandelt werden könne, wie jemand, der das nie getan habe.

Laumann hatte mit seiner umstrittenen Äußerung Protest ausgelöst. Der Düsseldorfer Arbeitsminister hatte gesagt: "Das Prinzip, dass jemand, der lange Beiträge gezahlt hat, auch längere Zeit das Arbeitslosengeld I bezieht als ein junger Säufer, der nichts geleistet hat, ist richtig und sozial."

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse warf Laumann vor, er spiele bewusst Generationen gegeneinander aus und sprach von "Sozialdemagogie".

Die Bundesgeschäftsführerin der Grünen, Steffi Lemke, nannte die Äußerungen Laumanns "schamlos, unanständig und politisch entlarvend". Wer Arbeitslose derart unverfroren gegeneinander ausspiele, den treibe "weder christliche Nächstenliebe noch soziale Verantwortung, sondern purer Populismus", erklärte Lemke. Sie forderte ihn auf, "sich für diese Diffamierung von Jugendlichen zu entschuldigen".


 
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