Kinderbetreuung: Laurenz Meyer: "Firmen brauchen junge Mütter"
VON MARGARETE VAN ACKEREN - zuletzt aktualisiert: 05.04.2007 - 07:36Berlin (RP). Mami und Papi arbeiten, das Kind ist versorgt: In der Debatte über Kleinkinderbetreuung in Deutschland hat der wirtschaftspolitische Sprecher der Union, Laurenz Meyer (CDU), die volkswirtschaftliche Bedeutung einer ungehinderten Rückkehr der Mütter in den Job hervorgehoben.
In Deutschland setzten Frauen im Durchschnitt 29 Monate nach der Geburt eines Kindes aus. „Das ist für Frauen, die Karriere machen wollen und deren Potenzial genutzt werden soll, zu lang, um voll im Beruf zu bleiben“, so Meyer. „Aus Sicht der Betriebe und aus volkswirtschaftlicher Sicht können wir es uns nicht leisten, das Potenzial der Hochqualifizierten nicht zu nutzen“, sagte Meyer unserer Redaktion.
Von den Unternehmen forderte er mehr Flexibilität. Eine bessere Zusammenarbeit staatlicher Institutionen und der Firmen sei längst fällig. Selbstverständlich müsse es auch weiter möglich sein, dass Mütter sich entscheiden, zu Hause beim Kind zu bleiben. Man müsse aber hochqualifizierte Frauen „bei der Stange halten“. Teilzeitangebote, Heimarbeit, Krippenplätze, aber auch „andere Organisationsformen“ wie Pflegemütter oder betriebliche Lösungen müssten Müttern eine Entscheidung für den Job ermöglichen, so der CDU-Politiker. Zugleich betonte er: „Man muss sich nichts vormachen: Frauen, die in Führungspositionen sein wollen, werden sich so organisieren müssen, dass Vollzeitarbeit möglich ist.“ Mit Teilzeitarbeit könne man „keine Führungsposition erobern“.
Bund, Länder und Kommunen hatten Anfang der Woche beschlossen, dass bis 2013 jedes dritte Kind unter drei Jahren einen Platz in einer Krippe oder bei einer Tagesmutter haben soll. Nun läuft eine wilde Debatte, wie und von wem das milliardenschwere Aufstockungsprogramm bezahlt werden soll. Die Gewerkschaft Verdi hat angeregt, den Ausbau der Krippenplätze mit einer Erhöhung der Erbschaftsteuer und einer Vermögenssteuer zu ermöglichen.
Die SPD hatte bereits Wochen vor dem „Krippen-Gipfel“ vorgeschlagen, die Steuerfreibeträge für Kinder zu kürzen, das Kindergeld einzufrieren und das Ehegattensplitting zu kappen.
Unions-Haushaltsexperte Steffen Kampeter forderte nun seine Parteifreundin, Familienministerin Ursula von der Leyen, auf, die Finanzierung zu klären. Schon zu den Haushaltsberatungen müsse eine Bewertung aller Familienleistungen vorliegen. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla ließ seine Finanz-Vorstellungen offen, betonte aber: „Kinderbetreuungsplätze zu finanzieren zu Lasten der Eltern, bei denen ein Elternteil zu Hause bleibt, kommt mit uns nicht in Frage.“
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