Probleme in NRW: Lehrer verärgert über Kopfnoten-Chaos
VON JENS VOSS - zuletzt aktualisiert: 19.09.2008 - 07:32Düsseldorf (RP). In der Lehrerschaft wächst die Unruhe, weil aus dem Düsseldorfer Schulministerium noch nichts über die angekündigte Neuregelung der Kopfnoten zu hören ist.
„Wenn Eltern- und Lehrerverbände nicht rechtzeitig in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden, wird die Kopfnotenregelung zu einem Himmelfahrtskommando“, sagte Peter Silbernagel, Chef des NRW-Philologenverbandes, unserer Zeitung. Nach massiver Kritik von Lehrern und Eltern hatte Schulministerin Barbara Sommer (CDU) eine Neuregelung der sechs Teilnoten zum Arbeits- und Sozialverhalten angekündigt.
„Spätestens im Oktober muss ein pädagogisch tragfähiges Gesamtkonzept auf den Tisch“, sagte Silbernagel und verwies auf die im Januar fälligen Halbjahreszeugnisse. Der Lehrerverband fordert, dass Kopfnoten nicht auf Abschlusszeugnissen auftauchen und ihre Zahl reduziert wird. Auch die Landeselternschaft der Gymnasien rätselt über die Pläne des Schulministeriums. „Ich denke, dass die Ministerin gelernt hat“, sagte Barbara Kols-Teichmann für die Landeselternschaft. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Ministerium seine Pläne unter Verschluss hält und uns damit überrascht“.
Allerdings soll dem Vernehmen nach inzwischen die Staatskanzlei von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers das Thema zur Chefsache gemacht haben. Das Schulministerium erklärte dagegen auf Anfrage, die Auswertung der Erfahrungen mit den Kopfnoten laufe; man werde „rechtzeitig“ über Neuregelungen informieren.
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