Kandidat für die Bundespräsidentenwahl: Linke nominiert Peter Sodann
zuletzt aktualisiert: 14.10.2008 - 14:44Berlin (RPO). Die Linke ist bei der Suche nach einem eigenen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl im Mai 2009 fündig geworden. Der ehemalige "Tatort"-Kommissar Peter Sodann wurde von der Bundestagsfraktion der Linken am Dienstag in Berlin als Kandidat für die Wahl des Staatsoberhauptes im kommenden Jahr nominiert.
Dies teilte ein Fraktionssprecher mit. Sodann tritt damit gegen Amtsinhaber Horst Köhler und die SPD-Kandidatin Gesine Schwan an. Mit der Vorstellung von Sodann in Berlin endet eine monatelange Suche der Linken nach einem geeigneten Kandidaten, bei der immer wieder neue Namen gehandelt wurden. Der 72-Jährige Sodann ist dem Fernsehpublikum durch seine Rolle als "Tatort"-Kommissar Bruno Ehrlicher bekannt.
Dem "Spiegel" zufolge hatten die mit der Suche betrauten Spitzengenossen Oskar Lafontaine und Gregor Gysi ursprünglich eine Frau als Kandidatin gewinnen wollen. Gespräche seien unter anderem mit der Schauspielerin Hanna Schygulla, der Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, Margot Käßmann, und mit der Autorin Daniela Dahn geführt worden.
Chancen für Sodann stehen schlecht
Derzeit verfügt das bürgerliche Lager um CDU und FDP in der Bundesversammlung über eine hauchdünne Mehrheit. Zu gravierenden Verschiebungen wird es bis zum 23. Mai nicht mehr kommen. Die Zeichen stehen derzeit auf eine Wiederwahl Horst Köhlers. Er brächte im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit von 613 Stimmen, über die eine Koalition aus CDU/CSU, FDP und Freien Wählern derzeit kommt. Im zweiten und dritten Wahlgang würde sogar eine relative Mehrheit ausreichen.
Die SPD-Kandidatin Gesine Schwan dürfte also keine Chance haben. Auch der 72-Jährige Sodann, der aus seiner Nähe zu den Linken keinen Hehl macht, hätte keine wirkliche Chance, in Schloss Bellevue einzuziehen. Seine Kandidatur wäre eher symbolischer Natur. Die Linke könnte aus diesem Schritt trotzdem einen politischen Nutzen ziehen. "Sodann ist links, unbequem und in der Bevölkerung beliebt - er passt zu uns", wurde ein namentlich nicht genanntes Mitglied der Linke-Gremien, die am Samstag tagten, zitiert. Man könne das eigene Profil schärfen und Eigenständigkeit beweisen.
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