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Thüringen sucht Ministerpräsidenten: Linke-Politiker Ramelow tritt nicht an

zuletzt aktualisiert: 18.09.2009 - 06:34

Erfurt/Jena (RPO). Neue Entwicklungen bei der Regierungsbildung in Thüringen. Der Spitzenkandidat der Linken, Bodo Ramelow, beansprucht nicht den Ministerpräsidentenposten in einer möglichen Koalition mit SPD und Grünen in Thüringen.

Bodo Ramelow (l.) gilt innerhalb der Linken als Gegenmodell zu Oskar Lafontaine. Foto: ddp, ddp

Zugunsten eines gemeinsamen und gleichberechtigten Vorschlags aller drei Partein sei er bereit, von seinem Vorrecht zurückzutreten, sagte Ramelow am Donnerstagabend in Erfurt. Für das Amt könne er sich eine "starke und kluge Frau" vorstellen. Einen Namen nannte Ramelow noch nicht. Es müsse ein Mensch sein, der integrieren könne.

Er selbst könne sich vorstellen, in einer rot-rot-grünen Landesregierung das Schlüssel-Ressort "Wirtschaft und Energie" zu übernehmen, sagte Ramelow.

Ramelow geht damit auch weiter auf Konfrontationskurs zur Linke-Bundespartei. Deren Chef Oskar Lafontaine hatte betont, dass die Linke als stärkste Kraft in einem rot-rot-grünen Bündnis in Thüringen den Ministerpräsidenten stellen müsse. Ramelow erwiderte, allein der Landesverband entscheide über die Koalitionen.

SPD und Grüne lehnen eine Regierung unter Führung von Ramelow kategorisch ab. Der Parteirat der Thüringer Grünen berät an diesem Freitag in Jena über die Beteiligung an Sondierungsgesprächen mit SPD und Linken. Sollte sich die Partei dagegen aussprechen, könnte dies eine Vorentscheidung für eine CDU/SPD-Koalition im Land bedeuten.

SPD-Spitzenkandidat Christoph Matschie und Ramelow hatten betont, dass ein gemeinsames Bündnis nur mit den Grünen stabil sei. Linke und SPD kommen zusammen auf 45 der 88 Sitze im neuen Landtag, eine rot-rot-grüne Koalition käme auf 51 Sitze.

Quelle: DDP/jt

 
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