Katja Kipping attackiert zu Guttenberg: Linke-Vize will Adelstitel abschaffen
zuletzt aktualisiert: 24.12.2010 - 12:40Berlin (RPO). Die stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg scharf angegriffen. Sie wirft ihm vor, seine adelige Herkunft politisch zu instrumentalisieren. Sie fordert die Abschaffung von Adelstiteln in Deutschland.
"Adelstitel sind in einer Demokratie überflüssig", sagte Kipping der "Süddeutschen Zeitung" vom Freitag. "In Österreich hat man 1919 die Adelstitel abgeschafft. Es ist an der Zeit, dass wir das auch in Deutschland tun", erklärte sie.
Kipping griff dabei insbesondere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) an. "Guttenberg versucht, sich als jemand darzustellen, der anders ist als das politische Establishment", sagte Kipping. Er operiere dabei geschickt mit Bildern, sei es am Times Square in New York oder an der Seite seiner Ehefrau Stephanie bei der Bundeswehr in Afghanistan.
Der CSU-Politiker knüpfe "an die Unzufriedenheit mit der real existierenden Demokratie" an und spiele mit dem "Bedürfnis nach einem aristokratischen Führungsstil". Guttenberg stille damit eine "vordemokratische" Sehnsucht in Teilen der Bevölkerung.
Guttenberg stammt aus einer alten fränkischen Adelsfamilie, die im Jahr 1158 erstmals in den Urkunden erwähnt wurde. Bis 1848 waren die Reichsfreiherren zu Guttenberg mit königlichem und kaiserlichem Privileg auch die höchsten Richter in ihrer Region - danach wurden sie zu Untertanen des bayerischen Kurfürsten.
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