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Plattform für Linksextreme
Verbotene Webseite "linksunten" meldet sich zurück

linksunten: Verbotene Internetplattform meldet sich zurück
Bei Durchsuchungen in Räumen der Betreiber wurden Waffen gefunden (Archiv). FOTO: dpa, pse fgj
Freiburg. Die verbotene linksextremistische Internetplattform "linksunten.indymedia.org" hat sich am Samstag im Netz wieder zu Wort gemeldet. "Wir sind bald wieder zurück", war auf der Homepage zu lesen.

Unbekannte Autoren haben eine baldige Rückkehr der verbotenen linksextremen Internetplattform "linksunten.indymedia" angekündigt. Sie zitierten die "Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace", die der Internetaktivist John Perry Barlow Mitte der 90er Jahre beim Weltwirtschaftsforum in Davos verkündet hatte. Staaten hätten in der digitalen Welt "kein moralisches Recht" zu regieren. "Der Cyberspace liegt nicht innerhalb Eurer Hoheitsgebiete. Glaubt nicht, Ihr könntet ihn gestalten", heißt es in dem Zitat weiter. 

Das Bundesinnenministerium hatte die Internetplattform sieben Wochen nach den Krawallen am Rande des G20-Gipfels verboten. Die Seite sei die bedeutendste Plattform für gewaltbereite Linksextremisten in Deutschland, begründete Minister Thomas de Maizière (CDU) den Schritt am Freitag in Berlin. Bei Durchsuchungen in Baden-Württemberg wurden am Freitag neben Laptops auch Waffen wie Schlagstöcke und Butterflymesser beschlagnahmt.

Auf Rechner in Kanada umgezogen

Nach dem Verbot wurde die Unter-Domain "linksunten.indymedia.org" von einem Server in Frankreich auf Rechner in Kanada umgezogen. Die Haupt-Domain "indymedia.org" gehört einem Verein zur "Demokratisierung der Kommunikation" (Associacao Brasileira pela Democratizacao da Comunicacao) in Sao Paulo (Brasilien). Das Verbot des Innenministeriums bezieht sich nur auf den "linksunten"-Bereich.

Die linke Szene kündigte außerdem für Samstagabend eine Demonstration in Freiburg angekündigt. Die geplante Aktion auf dem Augustinerplatz sei zwar nicht angemeldet, aber bekannt, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums in Freiburg. Es sei im Internet an verschiedenen Stellen dazu aufgerufen worden. "Wir sind personell darauf eingestellt." Mit wie vielen Teilnehmern die Beamten rechnen, sagte die Sprecherin aber nicht.

(wer/dpa/afp)
 
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