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Abschuss von Passagierflugzeugen: Luftwaffen-Piloten zweifeln an Jungs Kompetenz

zuletzt aktualisiert: 22.09.2007 - 11:12

Leipzig (RPO). In der Bundeswehr ist offenbar eine Debatte über die Eignung von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) als Ressortchef entbrannt. Einem Medienbericht zufolge herrscht unter den Piloten "Unverständnis" über die öffentlichen Äußerungen Jungs zu einem möglichen Abschuss von entführten Passagierflugzeugen.

Ein Großteil der Piloten der für die Luftraumüberwachung zuständigen "Alarmrotten" der Luftwaffe hat sich nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" mit Rückendeckung ihrer Befehlshaber darauf verständigt, Abschussbefehle ohne ausreichende gesetzliche Grundlage nicht zu befolgen.

Bei einem sogenannten Herrenabend am Dienstag dieser Woche beim Jagdgeschwader 71 "Richthofen" des norddeutschen Stützpunktes der "Alarmrotten" im ostfriesischen Wittmund sei vom Geschwaderkommodore mit Rückendeckung durch die Luftwaffenführung den Piloten versichert worden, "es wird keine rechtswidrigen Befehle geben". Dabei sei darauf verwiesen worden, dass das Bundesverfassungsgericht die "Abwägung Leben gegen Leben" verbiete. Auch gebe es keinerlei Listen bei der Luftwaffe über willfährige Piloten. Diese dürften auch nicht erstellt werden.

Bisher hatte der Minister erklärt, es seien entsprechende Befragungen der Piloten durchgeführt worden, so dass nur solche Flugzeugführer ausgewählt würden, die alle Befehle ausführten.

Bei dem "Herrenabend" sei auch die Befürchtung einer "Instrumentalisierung" des Ministers durch andere politische Kräfte in seiner Umgebung geäußert worden.

Neben dem Standort Wittmund sind für den süddeutschen Luftraum noch "Alarmrotten" im bayerischen Neuburg stationiert.

Quelle: afp

 
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