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Konsequenz aus Flüchtlingspolitik
Magdeburgs OB Lutz Trümper verlässt die SPD

Lutz Trümper: OB von Magdeburg verlässt die SPD wegen Flüchtlingspolitik
Lutz Trümper, Oberbürgermeister von Magdeburg, will sich in der Flüchtlingspolitik "nicht den Mund verbieten" lassen. Deshalb ist er nun aus der SPD ausgetreten. FOTO: dpa, jew pzi dna
Magdeburg. Im Streit über die Flüchtlingspolitik ist Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper aus der SPD ausgetreten. Einem Medienbericht zufolge hat er am Mittwochmorgen persönlich sein Parteibuch in der Parteizentrale abgegeben.

So zitierte die "Magdeburger Volksstimme" (Online-Ausgabe) den Politiker. Der Sprecher der SPD Sachsen-Anhalt, Martin Krems-Möbbeck, bestätigte den Parteiaustritt. Trümper bestätigte vor Journalisten, dass parteiinterne Meinungsverschiedenheiten über die Flüchtlingspolitik ausschlaggebend für seinen Austritt aus der SPD waren. Er finde seit einem Jahr für seine Auffassung kein Gehör mehr in der Partei, sagte er. Das Stadtoberhaupt tritt unter anderem für Obergrenzen bei der Aufnahme von Flüchtlingen ein, was von anderen führenden Sozialdemokraten abgelehnt wird.

Der Kommunalpolitiker - seit 2001 im Amt - hatte sich zuletzt für eine Begrenzung der Flüchtlingszahlen ausgesprochen und Äußerungen der SPD-Landesspitze zu dem Thema als realitätsfern kritisiert.

Fotos: Flüchtlinge stellen Deutschland vor Herausforderung FOTO: dpa, car pzi

Trümper will aber trotz des Austritts aus der SPD Oberbürgermeister von Magdeburg bleiben. Das sagte er am Mittwochabend in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt. Wie er sie künftig regieren will, erläuterte er nicht näher. Den Eintritt in eine andere Partei schloss der 60-Jährige aus: "Ich bleibe ein sozialdemokratischer Mensch."

SPD-Stadtchef Falko Grube schrieb auf seiner Facebook-Seite, Trümper habe ihm gegenüber den Austritt mit unterschiedlichen Auffassungen innerhalb der Partei zur Flüchtlingspolitik begründet. Der Oberbürgermeister selbst sagte der "Magdeburger Volksstimme", SPD-Landes- und Fraktionschefin Katrin Budde habe ihm am Dienstagabend gesagt, dass er mit seinen Äußerungen zur Flüchtlingspolitik sowohl der SPD als auch ihr als Spitzenkandidatin für die nächste Landtagswahl schade. Um Schaden von der SPD abzuhalten, trete er aus, sagte Trümper der Zeitung. "Ich bin nicht bereit, mir den Mund verbieten zu lassen."

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(dpa)
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