Huber gegen Seehofer: Machtkampf in der CSU: Keiner will nachgeben
zuletzt aktualisiert: 25.01.2007 - 07:54Passau/Berlin (RPO). Der Machtkampf um den CSU-Vorsitz spitzt sich weiter zu. Die beiden Kandidaten, Erwin Huber und Horst Seehofer, liefern sich einen verbalen Schlagabtausch. Huber erklärte, er lasse sich von den guten Umfragewerten seines Konkurrenten nicht abschrecken.
Huber kritisierte am Donnerstag Medienäußerungen seines Rivalen Seehofer. Seehofer hatte sich darüber beschwert, Huber und Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) würden in der Auseinandersetzung um den CSU-Vorsitz "über die Medien spielen". Huber sagte dazu: "Jeder von uns wird derzeit gefragt. Da sollten wir uns keine gegenseitigen Vorhaltungen machen."
Von guten Umfragewerten für seinen Konkurrenten lasse er sich nicht abschrecken, sagte Huber. Seehofers Popularität sei gut für die CSU. "Klar ist aber auch: Die Entscheidung über den CSU-Vorsitz treffen die Delegierten des Parteitages", sagte Huber.
Eine Zerreißprobe für die CSU durch die derzeitigen Auseinandersetzungen sehe er nicht. Zwar gebe es eine schwierige Situation und Umbrüche, was "immer mit gewissen Randerscheinungen verbunden" sei. Er selbst werde aber jede demokratische Entscheidung respektieren. Das gelte auch für eine Kandidatur der Fürther Landrätin Pauli als stellvertretende CSU-Vorsitzende.
Der bayerische Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) sprach sich gegen eine schnelle Festlegung auf den Nachfolger von CSU-Chef Edmund Stoiber aus und attestierte der Parteispitze ein zu lasches Vorgehen gegen die Stoiber Kritikerin Gabriele Pauli.
Goppel sagte, er werde eine Kandidatur Paulis für den stellvertretenden Parteivorsitz nicht ohne deutlichen Widerstand hinnehmen. Die Partei-Spitze hätte nicht schweigend hinnehmen dürfen, wie Pauli Stoiber madig gemacht habe. "Es wäre schon früher dringend notwendig gewesen, Frau Pauli zu sagen, dass ihr Stil nicht akzeptabel ist", sagte Goppel. Der frühere CSU-Generalsekretär hielt Pauli parteischädigendes und unsolidarisches Verhalten vor. Sie habe nach Innen geschwiegen, nach Außen aber auf ihrer Internetseite Stoiber desavouiert.
Goppel erklärte, wenn die beiden Kandidaten Seehofer und Huber sich nicht einigten, seien noch einige Wochen nötig, um die Alternativen mit den Mitgliedern zu besprechen. So wie die Auseinandersetzung im Moment laufe, wäre es auch für die Delegierten des für Herbst geplanten Parteitages nicht gut, sich jetzt schon festzulegen. Über die beiden Kandidaten werde es in den nächsten Wochen noch manche Diskussion geben.
Die "Passauer Neue Presse" berichtete, in der CSU-Führung gebe es Überlegungen, Seehofer im Falle eines Verzichtes auf die Kandidatur für den Parteivorsitz im Gegenzug einen Sitz im Koalitionsausschuss von Union und SPD in Berlin anzubieten.
In der CSU-Führung rechne man jedoch nicht damit, dass Seehofer auf dieses Angebot eingehen werde. "Die Parteiführung stellt sich bereits auf eine Kampfkandidatur zwischen Seehofer und Huber ein", sagte ein Vorstandsmitglied dem Blatt. Der vorgezogene Parteitag der CSU soll der Zeitung zufolge auf Wunsch Stoibers an seinem 66. Geburtstag, am 28. September, stattfinden.
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