Terrorverdacht: Mann gehörte offenbar zu Sauerlandgruppe
zuletzt aktualisiert: 13.09.2008 - 15:46Karlsruhe (RPO). Die Bundesanwaltschaft hat am Freitag einen mutmaßlichen Unterstützer des Terrornetzwerks Al Qaida festnehmen lassen. Medienberichten zufolge soll der 30-jährige Türke Ömer Ö. Mitglied der sogenannten Sauerlandgruppe gewesen sein und neue Mitglieder rekrutiert haben.
Der Terrorverdächtige wurde am Freitagabend in Untersuchungshaft genommen, teilte die Bundesanwaltschaft am Samstag in Karlsruhe mit. Wie der SWR am Samstag unter Berufung auf eine ihm vorliegende geheime Lagebewertung des Bundeskriminalamts (BKA) berichtete, stufen die Ermittler den Sindelfinger Ömer Ö. als "Nummer acht" der "Sauerlandgruppe" ein.
Der 30-Jährige wurde laut dem Sender von den Ermittlern bei Treffen mit Fritz Gelowicz beobachtet. Der vor einem Jahr im Sauerland festgenommene deutsche Konvertit gilt als Rädelsführer einer deutschen Zelle der ausländischen terroristischen Gruppierung "Islamische Dschihad-Union" (IJU), die Kontakte zur Al-Qaida unterhalten soll.
Wie die Bundesanwaltschaft am Samstag in Karlsruhe mitteilte, ist der türkische Staatsangehörige dringend verdächtig, in fünf Fällen Al-Qaida unterstützt und dabei in drei Fällen gegen das Außenwirtschaftsgesetz verstoßen zu haben.
Ö. soll von Anfang 2005 bis Anfang 2007 in Deutschland Bargeld, eine schusssichere Weste und einen Laptop für Al-Qaida-Kämpfer beschafft haben. Zudem soll er in seinem Bekanntenkreis nach geeigneten Kämpfern zur Unterstützung von Al Qaida gesucht haben. Er selbst soll im Sommer 2006 in einem Ausbildungslager der Al Qaida trainiert worden sein.
Ausbildung bei Al Qaida
Ö. handelte nach Angaben der Bundesanwaltschaft auf Anweisung des Aleem N., ein Deutscher pakistanischer Herkunft, der wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung angeklagt ist und seit Februar in Untersuchungshaft sitzt. N. soll das von Ö. beschaffte Geld, die Weste und den Laptop im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet Al-Qaida-Verantwortlichen übergeben haben.
Ömer Ö. soll zudem seit 2006 in seinem Bekanntenkreis nach geeigneten Kämpfern zur Unterstützung von Al-Qaida gesucht und die ausgewählten Personen Aleem N. vorgestellt haben, der diese seinerseits mit Empfehlungsschreiben für Al-Qaida ausstattete. Zwei Personen traten den Angaben zufolge daraufhin von Deutschland aus die Reise zu Al-Qaida-Ausbildungslagern an, wobei jedoch nur eine Person den Zielort erreichte und dort im Umgang mit Sprengstoffen ausgebildet wurde. Ömer Ö. soll ferner selbst im Sommer 2006 eine Ausbildung in einem Ausbildungslager von Al-Qaida absolviert haben.
Der 46-Jährige N. ist angeklagt, weil er Bargeld und Ausrüstung wie Funk- und Nachtsichtgeräte an Al Qaida im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet übergeben haben soll. Auch er ließ sich den Angaben zufolge in einem Al-Qaida-Lager im Gebrauch von Sprengstoff ausbilden.
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