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Die mächtigste Frau der DDR
Margot Honecker stirbt im Alter von 89 Jahren

Margot Honecker – Ex-DDR-Volksbildungsministerin
Margot Honecker – Ex-DDR-Volksbildungsministerin FOTO: dpa, Frank Schumann
Santiago de Chile. An ihrem Weltbild hatte sich bis zum Schluss nichts geändert. Sie bereue nichts, sagte Margot Honecker, die ehemalige "First Lady" und Volksbildungsministerin der DDR, 2012 in einem Interview. Jetzt starb sie im Alter von 89 Jahren.

Das erfuhren die Nachrichtenagenturen AFP und dpa am Freitag aus dem Kreis ihrer Familie. Margot Honecker lebte seit 1992 in Chile. Sie soll an Krebs gestorben sein. Der Sender "24 Horas" hatte zuvor vom Tod Honeckers berichtet und sich in seinem Bericht auf Quellen aus dem Umfeld der Familie berufen.

Margot und Erich Honecker waren nach dem Untergang der DDR geflohen, zunächst bei einem Pfarrer untergekommen und dann in die chilenische Botschaft nach Moskau geflohen. Sie durfte nach Chile ausreisen, er wurde nach Deutschland ausgeliefert, folgte seiner Frau 1993 nach. In Chile lebte die gemeinsame Tochter Sonja. Das Land hatte das Ehepaar aus Dankbarkeit aufgenommen, weil die DDR nach dem Putsch von Augusto Pinochet politisch Verfolgte aufgenommen hatte.

Erich Honecker starb nur wenige Monate nach der Ankunft im Exil im Jahr 1994, Margot Honecker lebte seit 1992 in Santiago de Chile. Gelegentlich wurde sie bei öffentlichen Veranstaltungen gesehen, doch lebte sie zumeist sehr zurückgezogen.

Aufstieg und Fall Erich Honeckers FOTO: AP

Im Jahr 2012 machte sie mit einem Buch und einem Interview wieder von sich reden. In der NDR-Dokumentation "Der Sturz" verteidigte sie noch immer das System der DDR. Bis zum Schluss hatte sich nichts an ihrem Weltbild geändert. Sie bereue nichts, sagte sie damals, und sehe auch keinen Anlass, sich für die Stasi zu entschuldigen. Zu den an der innerdeutschen Grenze erschossenen Flüchtlingen fiel ihr nur ein, es sei eben dumm gewesen, über die Mauer zu klettern. 

Margot Honecker wurde 1927 in Halle an der Saale als Tochter eines Schusters und einer Fabrikarbeiterin geboren. Sie machte eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete dann als Telefonistin. 1945 trat die Frau mit dem charakteristischen Blauton in den Haaren in die KPD ein und machte schnell Karriere. So wurde sie bereits mit 22 Jahren Mitglied in der DDR-Volkskammer, dem Parlament der DDR. Sie war damals die jüngste Abgeordnete.

1963 wurde sie als Volksbildungsministerin verantwortlich für die Erziehung der Jugend, führte 1978 den Wehrkundeunterricht mit der Ausbildung an der Waffe ein. Das Ministerium leitete sie bis zu ihren Rücktritt im Herbst 1989.

Erich Honecker lernte die geborene Margot Feist kennen, als er Vorsitzender der Jugendorganisation FDJ war. Er war damals noch verheiratet. Die gemeinsame Tochter Sonja kam 1952 zur Welt, ein Jahr später heirateten die beiden.

 

(das/AFP)
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