kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
spd thüringen matschie panorama ddp
  Foto: ddp, ddp
Kommentare ()

Chaostage in Thüringer SPD: Matschies Gegner suchen die Machtprobe

zuletzt aktualisiert: 10.10.2009 - 18:07

Erfurt (RPO). In Thüringens SPD sammeln sich die Gegner der vom Parteivorstand geplanten Koalition mit der CDU. Am Samstag tagten die Gegner von Landeschef Christoph Matschie. "Es gibt einen knallharten Machtkampf in der SPD und dieser wird mit einer Mehrheit auf dem Parteitag entschieden werden", sagte Matschie.

SPD-Chef Christoph Matschie kämpft für ein Bündnis mit Christine Lieberknechts CDU.  Foto: AP, AP
SPD-Chef Christoph Matschie kämpft für ein Bündnis mit Christine Lieberknechts CDU. Foto: AP, AP

Mit einem Mitgliederentscheid wollen die parteiinternen Gegner des thüringischen SPD-Landeschefs Christoph Matschie nun die bereits laufenden Koalitionsverhandlungen mit der CDU stoppen. Auf einer turbulenten Basisversammlung am Samstag in Erfurt starteten sie eine Unterschriftensammlung mit dem Ziel, den Vorstandsbeschluss zu kippen und förmliche Verhandlungen mit Linken und Grünen aufzunehmen. Matschie verteidigte die Koalitionsgespräche mit der CDU und forderte die Partei zur Geschlossenheit auf.

"Die Stärke, die Kraft der SPD hängt nicht davon ab, in welche Koalition wir eintreten", sagte Matschie vor den rund 400 Teilnehmern der Konferenz. In den vorangegangenen Sondierungsgesprächen für ein mögliches Linksbündnis seien die Grünen bis zum Schluss skeptisch geblieben, während die Linken unter ihrem Verhandlungsführer Bodo Ramelow versucht hätten, die SPD "am Nasenring über die politische Bühne zu zerren", erklärte Matschie.

"Wir haben bis an die Grenze der Selbstaufgabe um ein rot-grün-rotes Bündnis verhandelt", sagte er unter Buh-Rufen seiner parteiinternen Gegner. Der nunmehr offen ausgebrochene, laut Matschie "beinharte Machtkampf" soll auf einem Parteitag am 25. Oktober ausgetragen werden.

Bausewein will die Linke einbinden und entzaubern

Die Initiatoren des Treffens, Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Geras Oberbürgermeister Norbert Vornehm, setzten sich vehement für ein Linksbündnis in Thüringen ein. "Schwarz-Rot ist eine falsche Entscheidung", sagte Vornehm. Der Landesvorstand solle seine Entscheidung noch einmal überdenken. Nach der verheerenden Wahlniederlage der großen Koalition in Berlin könne es ein "Weiter-so" nicht geben, weder im Bund noch in Thüringen. Die SPD habe bei der Landtagswahl 18 Prozent der Wählerstimmen erzielt; bei der nächsten Wahl in fünf Jahren müsste sie womöglich um die Fünf-Prozent-Hürde kämpfen, sagte Vornehm.

"Wir müssen die Linke unter unserer Führung einbinden, wir müssen sie entzaubern", sagte Bausewein, der seit drei Jahren Erfahrungen mit der Fraktion der Linken im Erfurter Stadtrat gesammelt hat. Er lobte die Intelligenz und Eloquenz der CDU-Politikerin Christine Lieberknecht, die in einem schwarz-roten Bündnis Ministerpräsidentin in Thüringen würde. Lieberknecht könne es gelingen, dass die CDU bei der nächsten Landtagswahl in einem Bereich über 40 Prozent liegen würde, während die SPD auf sächsische Verhältnisse zusteuere, sagte Bausewein.

Basis nicht vorher gefragt

Viele Redner kritisierten, dass die SPD-Basis vor einer so weitreichenden Entscheidung nicht gefragt worden sei. "Links blinken und dann rechts abbiegen, so was darf es nicht geben", sagte Harald Klatt. Ein von der Mehrheit der rund 4.000 SPD-Mitglieder in Thüringen gewünschtes Linksbündnis sei nicht an inhaltlichen Differenzen, sondern an persönlichen Befindlichkeiten gescheitert.

Peter Reif-Spirek beklagte, dass Leute wie Bausewein von der Parteiführung ausgegrenzt worden seien, weil sie zum Kreis des langjährigen Widersachers von Matschie, Richard Dewes, gehörten. Matschie habe sich grandios verschätzt, als er im Wahlkampf verkündet habe, die SPD werde stärker als die Linkspartei. Die Linke habe der SPD sozialpolitisches Terrain streitig gemacht, sagte Reif-Spirek.

Rot-Schwarz kaum noch zu stoppen

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" kann die SPD-Basis in Thüringen Rot-Schwarz kaum noch stoppen. Der angestrebte Mitgliederentscheid lasse sich laut Regelwerk in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht mehr umsetzen. Laut Organisationsstatut der Bundespartei müsste erst ein Mitgliederbegehren auf den Weg gebracht werden, und das kann bis zu drei Monate dauern. Erst dann könnte es zum eigentlichen Entscheid in der Koalitionsfrage kommen, der sich aber wieder über Wochen hinzöge. Die SPD-Spitze um Matschie habe auch deshalb das Tempo forciert. Die Delegierten, nicht die Genossen an der Basis, sollten die große Koalition absegnen.

Quelle: AP/pst

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

Bildungsministerin unter Druck

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

Der Gründer der Internet-Plattform VroniPlag erhebt schwere Vorwürfe gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan und fordert ihren Rückt ... mehr 

Romney vor Kandidatur für US-Präsidentenamt

Nach Vorwahl in Texas

Romney vor Kandidatur für US-Präsidentenamt

Mit einem Sieg bei der Vorwahl in Texas hat sich der US-Republikaner Mitt Romney die Nominierung als Präsidentschaftskandidat gesichert. mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Betreuungsgeld

Gesetzentwurf erntet Kritik von allen Seiten

Innerhalb der schwarz-gelben Koalition ist die Mehrheit für den Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld nicht sicher. Die Unionsfrauen haben bereits angekündigt, dass sie dem Gesetzentwurf in dieser Form nicht zustimmen werden. Sie fordern eine ... mehr

 

Bildungsministerin unter Druck

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

 

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

 

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

 

Drohender Verzug bei Bergung der Abfälle

Altmaier besucht Atommülllager Asse

 
Top-Services