Matthias Platzeck ist in seiner zweiten Amtszeit als Ministerpräsident von Brandenburg.
Geboren wurde Matthias Platzeck am 29. Dezember 1953 in Potsdam. Sein Vater war Arzt, seine Mutter arbeitete als medizinisch-technische Assistentin. 1972 machte er Abitur und leistete anschließend seinen Grundwehrdienst in der Nationalen Volksarmee.
Von 1982 bis 1990 arbeitet er als Abteilungsleiter für Umwelthygiene bei der Hygieneinspektion Potsdam. Zuvor hatte Platzeck erfolgreich ein Studium in biomedizinischer Kybernetik absolviert.
Das politische Engagement begann 1988: Platzeck gründete die Potsdamer Bürgerinitiative ARGUS - die Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung. Im November 1989 beteiligte er sich an der Gründung der Grünen Liga. Von Februar bis April 1990 war Platzeck Minister ohne Geschäftsbereich im Modrow-Kabinett.
Nach der Brandenburger Landtagswahl 1990 zog Platzeck als Abgeordneter für Bündnis90/ Die Grünen in den Landtag ein. Im November des gleichen Jahres erfolgte dann die Berufung zum Minister für Umwelt und Naturschutz.
Nach seinem Ausscheiden bei den Grünen wurde Platzeck auch als Parteiloser in die von der SPD allein geführten Brandenburger Landesregierung berufen. Hier erwarb er sich während des Oderhochwassers von 1997 durch sein beeidruckendes Krisenmanagement den Ehrennamen "Deichgraf".
Nach seinem Eintritt in die SPD 1995 begann seine Parteikarriere bei den Sozialdemokraten. 1998 rettete er die Partei vor einer Blamage, als er im September 1998 die Oberbürgermeisterwahlen von Potsdam doch noch für sich entscheiden konnte.
Am 26. Juni 2002 dann sein größter Erfolg: Platzeck wird zum Ministerpräsidenten Brandenburgs gewählt. Heute gilt Platzeck als einer der beliebtesten Politiker Ostdeutschlands, wohl auch weil er Gerhard Schröders Werben mit einem Ministerposten in Berlin stets ablehnte.
Bei der Brandenburger Landtagswahl 2004 gewann Platzeck das Direktmandat seines Wahlkreises und wurde als Ministerpräsident einer SPD-CDU-Koalition wiedergewählt.
Nach der Landtagswahl am 27. September 2009 ging er eine Koalition mit der Linkspartei ein.
Deren Fraktionsvorsitzende Kerstin Kaiser freute sich sehr über die Entscheidung der SPD. Platzeck wurde der erste Ministerpräsident einer rot-roten Landesregierung in Deutschland.