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Obama Berlin ddp Besuch Rede 2008 Panorama
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Lob aus der Koalition: McCain tadelt Obamas Rede in Berlin

zuletzt aktualisiert: 25.07.2008 - 06:43

Berlin (RPO). Während die Politiker der großen Koalition die Rede von Barack Obama in Berlin einstimmig loben, erntet der US-demokratische Präsidentschaftskandidat Kritik von seinem republikanischen Kontrahenten John McCain.

Während sich Obama vorzeitig in Berlin feiern lasse und als "Weltbürger" darstelle, kümmere sich McCain lieber "zuerst um die Amerikaner", erklärte das Wahlkampfteam des Senators aus Arizona. Obama hatte am Donnerstagabend vor mehr als 200.000 Berlinern und Gästen aus aller Welt gesprochen.

Die Rede des Senators sei "beeindruckend" gewesen, sagte der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Eckart von Klaeden, dem Internetdienst "Spiegel-Online". Die Kernbotschaft sei gewesen, dass die Probleme der Welt in den Griff zu bekommen seien, wenn Europa und die USA zusammenstünden.

"Dazu gehört auch, gemeinsam die Lasten zu tragen und Opfer zu bringen", sagte Klaeden. Er betonte zugleich, dass Obamas Rede "im besten Sinne amerikanisch" gewesen sei. "Und bis auf die persönlichen Nuancen hätte sie so oder ähnlich auch von John McCain gehalten werden können."

Es habe sich um eine "perfekte Wahlkampfinszenierung" gehandelt und eben nicht um eine historische Rede eines Präsidenten - deshalb sei es auch richtig gewesen, mit der Rede nicht vor das Brandenburger Tor zu gehen, fügte Klaeden in der "Braunschweiger Zeitung" hinzu.

Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Gert Weisskirchen, sagte "Spiegel-Online": "Das war die Rede eines Weltbürgers, die sich nicht nur an deutsche oder Europäer, sondern auch an die US-Amerikaner gerichtet hat." Obamas wichtigste Botschaft sei gewesen, "dass Europa und die USA die Probleme und Krisen der Welt - vom Klimawandel bis hin zur Lösung von gewaltsamen Konflikten - nur gemeinsam lösen können."

Auch Stoiber begeistert

Auch der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber würdigte die Rede des Senators, der das verkörpere, "wonach sich viele Menschen sehnen: Charisma und Führung". Die deutsche Politik werde sich aber auch mit seiner Forderung auseinandersetzen müssen, mehr gemeinsame Verantwortung für globale Probleme in der Welt zu übernehmen, sagte Stoiber. "Amerika setzt auf Deutschland und Europa. Die transatlantische Brücke wird stärker".

Obama hatte in seiner Rede die Völker der Welt zu einem neuen Geist der Zusammenarbeit aufgerufen und dabei auch mehr deutsches Engagement für den Anti-Terror-Einsatz in Afghanistan verlangt. An der Siegessäule rief der US-Demokrat den Berlinern und der ganzen Welt zu: "Dies ist unser Moment."

Eine neue Generation müsse der Geschichte ihren Stempel aufdrücken. Dies gelte für den Klimaschutz ebenso wie für den Kampf gegen den Terrorismus: "Amerika kann das nicht allein." Diese Sichtweise unterstrich Obama anschließend im US-Fernsehsender NBC. "Ich bin davon überzeugt, dass wir allein die Probleme, denen sich die USA gegenüber sehen, nicht lösen können", sagte er. "Wir können das Problem des Terrorismus nicht ohne die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft lösen."

Heftige Kritik an Obamas Auftritt kam von McCain. Er ziehe Wahlkampfauftritte "im Herzen der USA" vor und spreche lieber "über Dinge, die die Amerikaner bewegen". Dem Fernsehsender NBC sagte McCain zudem, er wolle erst im Ausland eine große Rede halten, wenn er zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt sei.

Unabhängig vom Ausgang der Wahlen in den USA warnte der Politikwissenschaftler Gerd Langguth vor einer Verklärung der künftigen deutsch-amerikanischen Beziehungen. "Mit einem neuen amerikanischen Präsidenten könnten die Beziehungen sogar schwieriger werden. Das gilt für Obama wie für den Republikaner McCain", sagte er der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse".

"Wenn die Zeit der amerikanischen Alleingänge endet, bedeutet das auch mehr Verantwortung für Deutschland und Europa. Der nächste US-Präsident wird die deutsche Regierung stärker in die Pflicht nehmen."

McCain probiert deutsche Bratwurst

Unterdessen gab es auch für John McCain am Donnerstagabend einen Bezug zu Deutschland. Während Obama vor der Siegessäule in Berlin eine Grundsatzrede hielt, speiste McCain im US-Staat Ohio in einem deutschen Restaurant.

In "Schmidt's Sausage House und Restaurant" in German Village, einem Vorort von Columbus, ließ sich der 71-Jährige eine Bratwurst schmecken und führte Gespräche mit ortsansässigen Geschäftsleuten.

Quelle: afp

 
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