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Spekulationen um Bundespräsidenten
"Bild": Gauck will keine zweite Amtszeit

Medienbericht: Joachim Gauck will keine zweite Amtszeit
Bundespräsident Joachim Gauck tritt im Februar nicht zur Wahl an. FOTO: dpa, frg sab dna fux
Berlin. Die Hinweise, dass Bundespräsident Joachim Gauck keine zweite Amtszeit anstrebt, verdichten sich. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung hat sich Gauck entschieden, nicht erneut für das höchste Staatsamt zu kandidieren. Seine Amtszeit endet im Februar 2017.

Dies wolle Gauck Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montagabend mitteilen, heißt es. Der Termin im Kanzleramt ist seit etwa vier Wochen vereinbart, Merkel und Gauck kommen allerdings regelmäßig zum Austausch zusammen. Das Bundespräsidialamt wollte am Freitagabend den Verzicht Gaucks, der von allen Parteien außer der Linken Unterstützung für eine weitere Amtszeit signalisiert bekommen hatte, nicht bestätigen.

Dass der 76-Jährige gesundheitliche Probleme habe und nicht weitere fünf Jahre im Schloss Bellevue in Berlin residieren wolle, wurde lange gemunkelt. Dass Gauck bereits am Dienstagmorgen seinen Rückzug bekanntgeben werde, wie die "Bild"-Zeitung schreibt, sei nicht richtig, hieß es im Bundespräsidialamt.  

Für die Koalitionsparteien wäre ein Kampf um das Präsidentenamt sieben Monate vor der Bundestagswahl unangenehm, da beide Parteien mit Rücksicht auf die Parteibasis keinen gemeinsamen Kandidaten der großen Koalition präsentieren wollen. Dies hatten SPD- und Unionsspitze bereits intern festgelegt. Daher dürfte es zu einem Wettkampf um das höchste Staatsamt kommen. Als mögliche Nachfolger werden in der Union Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (73) und Bundestagspräsident Norbert Lammert (67) genannt.

Auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU, 57) wurde schon 2010 als Kandidatin gehandelt. Merkel entschied sich aber für Christian Wulff. In der Bundesversammlung, die aus den Mitgliedern des Deutschen Bundestages und der gleichen Zahl an Vertretern aus den Länderparlamenten besteht und alle fünf Jahre nur zur Wahl des Bundespräsidenten zusammenkommt, haben nur Union und SPD sowie Schwarz-Grün eine Mehrheit.

Das linke Lager aus SPD, Grünen und Linkspartei hätte nur eine hauchdünne Mehrheit. SPD-Spitzenleute hatten intern signalisiert, dass sie bereit wären, einen Kandidaten oder eine Kandidatin für das linke Lager zu suchen.

(brö)
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