Größter Streik in NRW: Mehr als 1300 Lehrer legen Arbeit nieder
zuletzt aktualisiert: 28.01.2009 - 13:40Düsseldorf (RPO). Am Mittwoch haben mehr als 1300 Lehrer in Nordrhein-Westfalen die Arbeit niedergelegt und für den größten Lehrerstreik in der Geschichte des Landes gesorgt. Die Streikbeteiligung habe alle Erwartungen übertroffen, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Die Gewerkschaft hatte ihre Mitglieder zu einem ganztägigen Streik ab 10 Uhr aufgerufen. Nach einer Streikkundgebung zogen die Lehrer vor die Staatskanzlei in Düsseldorf.
Die Arbeitgeber müssten davon ausgehen, dass weitergestreikt werde, sagte der GEW-Landesvorsitzende Andreas Meyer-Lauber Er forderte Schulministerin Barbara Sommer (CDU) auf, sich für die angestellten Lehrer in der Landesregierung stark zu machen.
Durch den Streik seien etwa 5000 Unterrichtsstunden betroffen, sagte der GEW-Sprecher. Das Schulministerium geht jedoch nach Sprecherangaben abgesehen von Einzelfällen von keinem Unterrichtsausfall aus. Ob tatsächlich Unterrichtsstunden ausfielen, stand am Mittag noch nicht fest.
Die GEW hatte nach eigenen Angaben Unterschriften von beamteten Lehrkräften gesammelt, die ihrer Schulleitung bekunden, dass sie keine Streikbrechertätigkeit leisten und den Unterricht von streikenden Kollegen nicht übernehmen.
Das NRW-Schulministerium hatte die Schulen angewiesen, möglichst keinen Unterricht streikbedingt ausfallen zu lassen. Das könne etwa durch Vertretungsunterricht gelingen, wie ein Ministeriumssprecher sagte. In den 7000 Schulen im Land seien 6000 Lehrer GEW-Mitglieder. Angestellte Lehrkräfte, die sich an dem Streik beteiligen, bekommen den Angaben zufolge einen Gehaltsabzug.
Mit dem Warnstreik will die GEW ihre Aktionsbereitschaft in der laufenden Tarifrunde für den öffentlichen Dienst signalisieren. Die GEW fordert eine Gehaltserhöhung von acht Prozent für die mehr als 70.000 Tarifbeschäftigten an den Schulen und Hochschulen in NRW. Der Tarifabschluss soll zeitgleich auf die rund 150.000 Beamten im Schuldienst übernommen werden.
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