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Berlins Finanzsenator Sarrazin: "Mehr Geld für Bildung lohnt nicht"

VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 17.03.2009 - 21:27

Berlin (RP). Berlins scheidender Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hat erneut Hartz-IV-Empfänger aufs Korn genommen. Die wachsende Zahl der Kinder aus Hartz-IV-Familien führe in den Schulen zu "besonders schwierigen Kindern mit renitenten Eltern", sagte Senator Sarrazin.

Dieser Kampf sei kaum zu gewinnen. Deshalb habe es keinen Sinn, zusätzliche finanzielle Ressourcen "für eine Struktur zur Verfügung zu stellen, wo der Anteil der Bedürftigen von Jahr zu Jahr wächst." Sarrazins provokative Haltung, aufzugeben und nicht mehr Geld ins Bildungssystem zu stecken, stieß bei Bildungspolitikern und Verbänden auf scharfe Kritik.

Der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, teilt allerdings die düstere Zukunftsprognose des Berliner Politikers: "Wenn wir nicht die Kurve kriegen, werden in 20 Jahren 40 bis 50 Prozent der Kinder in Armut leben", sagte Hilgers unserer Redaktion. Sarrazins resignative Haltung gegenüber Kindern von Hartz-IV-Empfängern bezeichnete er hingegen als "zutiefst menschenunwürdig".

Deutschland könne es sich nicht leisten, so viele Kinder auch als Erwachsene einfach zu Leistungsempfängern zu machen. Gerade ein Ökonom müsse doch darauf drängen, "dass wir in Kinder und Bildung investieren". Hilgers mahnte: "Je früher man anfängt, desto wirksamer und desto kostengünstiger sind die Hilfen."

Hilgers forderte, bei der Aufnahme Dreijähriger in den Kindergarten sollten sich die Leiterinnen das gesundheitliche Vorsorgeheft der Kinder zeigen lassen und mit den Eltern einen Plan machen, was alles geschehen soll, damit das Kind zu Schulbeginn auch schulreif sei.

Sarrazin ist schon häufiger mit seinen sozialpolitischen Vorschlägen angeeckt. Einst rechnete er Hartz-IV-Beziehern vor, was sie essen können, um mit ihrem Geld auszukommen. Bei anderer Gelegenheit empfahl er ihnen einen warmen Pullover in schlecht geheizten Wohnungen.


 
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