Wortwahl "nicht akzeptabel": Mehr Kritik an Westerwelles Hartz-IV-Äußerungen
zuletzt aktualisiert: 13.02.2010 - 08:55Frankfurt/Main (RPO). Die Kritik an FDP-Chef Guido Westerwelle wegen dessen Äußerungen über Hartz-IV-Bezieher reißt nicht ab. Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) wies Westerwelles Äußerungen empört zurück.
"Die allermeisten Hartz-IV-Empfänger sind ernsthaft und immer wieder bemüht, Arbeit zu finden. Ihre pauschale Beschimpfung ist einfach nicht zu rechtfertigen", sagte Tillich in einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung".
Hartz-IV-Bezieher bräuchten eine echte Chance, Arbeit zu finden. "Gerade im Osten ist wegen fehlender Arbeitsplätze das Risiko noch immer sehr groß, in Hartz IV zu rutschen. Deswegen sind mir derlei Beschimpfungen völlig unverständlich. Sie werden den Menschen, die oft hart mit ihrem Schicksal und den Folgen unglücklicher Entwicklungen zu kämpfen haben, nicht gerecht", sagte Tillich.
Auch der Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, kritisierte Westerwelle. "Die Wortwahl ist diffamierend. Das ist nicht akzeptabel", sagte Glück der "Passauer Neuen Presse" und fügte hinzu: "Herr Westerwelle scheint eine Möglichkeit gesucht zu haben, sinkenden Umfragewerten durch eine solche pauschale Polemik entgegenzuwirken", sagte der ZdK-Präsident.
Zugleich verteidigte er die Hartz-IV-Reformen: "Der Grundgedanke von Hartz IV, die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe, war und ist richtig. Da gibt es nichts zu beanstanden", sagte Glück. Allerdings müsse das Gesamtkonstrukt der Regelungen immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden.
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