Klare Absage von Kurt Beck: Mehrheit der SPD-Wähler gegen Rot-Rot
zuletzt aktualisiert: 01.06.2008 - 14:26Berlin (RPO). Klar gegen ein rot-rot-grünes Bündnis ist offenbar eine Mehrheit der SPD-Wähler. Das ergab eine Umfrage. Mehr als 50 Prozent halten diese Koaltion für schlecht. Eine klare Absage gegenüber den Linken gab es fast zeitgleich von SPD-Chef Kurt Beck.
Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid erwarten 53 Prozent, eine Links-Koalition sei "eher schlecht" für die Zukunft des Landes. Nur 37 Prozent fänden ein solches Links-Bündnis "eher gut". Auch bei allen Befragten sind die Gegner einer rot-rot-grünen Regierung mit 63 Prozent ("eher schlecht") gegenüber 23 Prozent ("eher gut") in der Mehrheit. Die Umfrage in Auftrag gegeben hatte die "Bild am Sonntag".
72 Prozent der Deutschen glauben Beck nicht, wenn er sagt, er schließe eine Zusammenarbeit mit der Linken nach der Bundestagswahl 2009 aus. Nur 21 Prozent glauben Beck. Selbst von den SPD-Anhängern sagt eine Mehrheit (55 Prozent), sie vertraue Becks Aussagen nicht. Nur 43 Prozent glauben dem eigenen Vorsitzenden. Emnid befragte am 28. und 29. Mai 1001 Bundesbürger.
Unterdessen fand Beck auf dem SPD-Kongress klare Worte gegen Rot-Rot im Bund: Er betonte, die SPD trete für die "Mitte" in der Gesellschaft an und mache Politik sowohl für sozial Schwache als auch für Leistungsträger. Ein klares Angebot machte er hingegen an die FDP. "Wir schlagen keine Türen zu, sondern wir machen auch diese Türen ausdrücklich auf." Das "Lagerdenken" in Deutschland müsse durchbrochen werden, sagte Beck in Richtung der Liberalen. Und auch eine Weiterführung der großen Koalition schloss er nicht aus.
Sein Vize Frank-Walter Steinmeier lobte Becks Rede ausdrücklich: "Ich bin nicht nur zufrieden, sondern diese Rede hat mich wirklich gefreut", sagte der Außenminister. Beck habe in einer "sehr kraftvollen Rede klargemacht, wohin der weitere Weg geht". Dass passend zum Kongressauftakt in Medienberichten einmal mehr eine angebliche Einigung in der Kanzlerkandidatenfrage - und zwar pro Steinmeier - verbreitet wurde, spielte in Nürnberg keine Rolle.
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