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Holocaust-Leugner Williamson: Merkel begrüßt Reaktion des Papstes

zuletzt aktualisiert: 05.02.2009 - 16:33

Berlin (RPO). widerrufen, sei ein "wichtiges und auch ein gutes Signal", sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. In der CDU stieß Merkels zuvor an den Vatikan gerichteter Appell auf ein geteiltes Echo.

"Das macht deutlich, dass eine Leugnung des Holocausts niemals ohne Folgen im Raum stehen bleiben kann", sagte Merkel nach einem Treffen mit internationalen Wirtschaftsorganisationen mit Blick auf Williamson. Merkel hatte am Dienstag als erste Regierungschefin überhaupt vom deutschen Papst eine eindeutige Klarstellung gefordert. Am Mittwoch rief der Vatikan den erzkonservativen Bischof Williamson auf, seine Leugnung des Holocaust zu widerrufen. "Nur ohne die Leugnung des Holocausts, nur ohne Antisemitismus, kann überhaupt ein gedeihliches Miteinander von jüdischen Gemeinden und christlichen Kirchen gelingen", sagte Merkel. "Insoweit glaube ich, wir sind ein Stück vorangekommen."

Am Dienstag hatte Merkel gefordert, dass von Seiten des Papstes und des Vatikans "sehr eindeutig" klargestellt werden müsse, dass es "keine Leugnung" des Holocaust geben kann.

Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) äußerte sich positiv zu diesem Appell. Es sei legitim, "dass und wie sie sich geäußert hat", sagte Bosbach der Nachrichtenagentur AFP. "Ich stehe nach wie vor dazu." Merkel habe zudem nicht zu Glaubensfragen Stellung genommen. Die Debatte sei "keine rein innerkirchliche Angelegenheit".

Der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) sagte der "Leipziger Volkszeitung" (LVZ) vom Freitag, bei Merkels Aufruf an den Vatikan habe ihm der "Tonfall nicht gefallen". Zwar müsse sich die Bundeskanzlerin politisch zum Antisemitismus äußern. Doch dazu habe sich auch der Papst bereits mehrmals "unmissverständlich erklärt".

Die erzkonservative Pius-Bruderschaft, der Williamson angehört, warf Merkel vor, es sei "nicht ihre Angelegenheit", sich in kirchliche Belange einzumischen. Sie sei nicht katholisch und verstehe das nicht, sagte der Leiter des deutschen Distrikts der Bruderschaft, Pater Franz Schmidberger, im SWR-Fernsehen. Zwar distanzierte sich Schmidberger von den Äußerungen Williamsons. Auf die Frage, ob ein Holocaust-Leugner wie er noch Glaubensbruder sein könne, antwortete er jedoch: "Solange er die katholischen Dogmen anerkennt, ja natürlich."

Zugleich nahm Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) Papst Benedikt XVI. gegen die Kritik aus Kirche und Politik in Schutz. "Vieles, was dem Papst jetzt unterstellt wird, ist beinahe bösartig, jedenfalls nicht redlich", sagte Lammert in einem Interview mit dem Online-Portal des "Hamburger Abendblatts".

Der CDU-Politiker Georg Brunnhuber sagte nach einem persönlichen Gespräch mit dem Papst der "Financial Times Deutschland" vom Donnerstag, der Vatikan sei über die Diskussion in Deutschland "geradezu entsetzt". "Hier unterstellt niemand dem Papst, dass er antisemitische Äußerungen duldet", sagte Brunnhuber, der im Rahmen einer Generalaudienz am Mittwoch in Rom mit Benedikt XVI. gesprochen hatte.

Der Zentralrat der Juden kritisierte, durch die Entscheidung des Papstes sei der Antisemitismus "salonfähig" geworden. Holocaust-Leugner könnten sich nun auf den Vatikan und sogar "auf den Papst persönlich berufen", sagte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, dem "Hamburger Abendblatt" (Freitagsausgabe). Kramer forderte Lammert, der den Papst in Schutz genommen hatte, zum Rücktritt auf.

Quelle: AFP

 
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