Bundespresseball: Merkel fehlt bei "Zauberwelten" in Berlin
zuletzt aktualisiert: 24.11.2006 - 21:54Berlin (RPO). Bundespräsident Horst Köhler vergnügt sich auf der Tanzfläche, neben ihm gibt sich Verteidigungsminister Franz Josef Jung beim Walzer die Ehre. Das Bundeskabinett hat sich beim Bundespresseball im Berliner Interconti Hotel wieder prächtig amüsiert - nur Bundeskanzlerin Angela Merkel glänzte mal wieder durch Abwesenheit.
Die Regierung wurde unter anderem von den Ministern Frank-Walter Steinmeier, Jung, Peer Steinbrück und Ulla Schmidt vertreten. Mit einem Walzer eröffneten Bundespräsident Horst Köhler und die Frau des Vorsitzenden der Bundespressekonferenz, Ursula Gößling, den Ball, der unter dem Motto "Zauberwelten" stand.
Insgesamt kamen rund 2500 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Medien zu dem gesellschaftlichen Ereignis in die Hauptstadt. Merkel habe wie in den Vorjahren den Eindruck vermittelt, dass Bälle nicht so ihre Sache seien, erklärten die Veranstalter die Abwesenheit der Regierungschefin. Zudem gilt ihr Mann als sehr öffentlichkeitsscheu.
Adorf und Verres werten Ball auf
Neben Steinmeier, Steinbrück, Schmidt und Jung präsentierten sich mit Brigitte Zypries, Wolfgang Tiefensee, Annette Schavan und Thomas de Maizière weitere Mitglieder des Kabinetts. Zudem kamen Spitzenpolitiker wie Guido Westerwelle, Reinhard Bütikofer, Claudia Roth, Christian Wulff und Günther Oettinger. Für ein bisschen Glanz und Glamour sorgten die Schauspieler Mario Adorf und Veronica Ferres.
Die Frau des Präsidenten, Eva Luise Köhler, trug ein schwarzes, langes Escada-Kleid. Auch Claudia Roth wählte ein Modell von Escada, über das bunte Pailletten-Kleid hatte sie eine goldene Robe gelegt. Ansonsten dominierte aber die Farbe schwarz die Kleider.
Die Abwesenheit von Merkel nahmen die Gäste gelassen. "Sie hat den NATO-Gipfel in Riga und den CDU-Parteitag in Dresden vor sich. Da kann ich ihre Absage verstehen", sagte Jung. "Das muss jeder für sich entscheiden", kommentierte Schavan. "Sie hat so viel Arbeit", meinte Tiefensee. "Das ist selbstverständlich zu respektieren. Ich wünsche ihr einen schönen Abend", sagte Beck.
Wulffs erster Bundespresseball
Seinen ersten Auftritt auf einem Bundespresseball absolvierte der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff. Mit neuer Frisur und Partnerin Bettina Körner stellte er sich der Presse. Merkel müsse ihre Rede für den CDU-Parteitag in Dresden am Montag vorbereiten, da könne er ihre Absens verstehen, erklärte er.
Steinbrück räumte ein, kein allzu guter Tänzer zu sein. "Ich kann eigentlich nur Marine-Einheitsschritt", sagte er. Nach der anstrengenden Woche mit der Verabschiedung des Haushalts wolle er sich nun aber ein bisschen amüsieren. Und Schmidt erklärte: "Ich brauche immer einen guten Tänzer, der mich führt."
Westerwelle sagte, das Motto "Zauberwelten" passe dieses Jahr besonders gut. "Die Fee sitzt im Kanzleramt, die Elfen und Trolle in der Opposition."
Etwas steif wirkten in der für sie ungewohnten Umgebung Ferres und Adorf. Er wisse noch nicht, ob er tanze, sagte Adorf mürrisch. Und Ferres erklärte, sie glaube nicht, dass Politiker und Schauspieler sich besonders gut verstünden. Um das zu testen, sei sie ja auch gekommen, fügte sie lächelnd hinzu. Gekommen war auch Ex-Schwimmstar Franziska van Almsick.
Im Programm war ein Auftritt des jungen britischen Jazz-Interpreten Jamie Cullum vorgesehen. Vor und hinter den Kulissen waren 1300 Mitarbeiter in dem Fünf-Sterne-Hotel im Einsatz sein, darunter 150 Köche. Serviert wurden unter anderem 5500 Austern, 1500 Spanferkelhaxen, 2500 Currywürste und 250 Peking-Enten. Getränke waren reichlich vorhanden: 1.500 Flaschen Champagner, 2400 Flaschen Rot- und Weißwein sowie 3800 Liter Bier standen den Gästen zur Verfügung.
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