kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
       
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Auftaktveranstaltung Buergerforum Europa
  Foto: ddp, ddp
Kommentare ()

Überhöhte Boni-Zahlungen: Merkel geht mit Bankmanagern hart ins Gericht

zuletzt aktualisiert: 14.02.2009 - 15:59

Hamburg (RPO). Trotz der Finanzkrise und Verlusten in Milliardenhöhe wollen einige Banken ihren Managern Millionen-Boni für das Jahr 2008 zahlen. Jetzt wird Kritik von Seiten der Regierung laut. Kanzlerin Angela Merkel und weitere Regierungsmitglieder haben die geplante Ausschüttung harsch kritisiert.

Angela Merkel kommt nach Duisburg. Foto: AP, AP

"Es ist unverständlich, dass Banken, denen der Staat unter die Arme greift, in vielen Fällen gleichzeitig riesige Bonussummen auszahlen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel dem "Spiegel". Außenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von "Realitätsverlust und Zynismus", Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble von "Exzessen". Merkel kündigte an, das Thema werde auch beim G-20-Treffen in London Anfang April behandelt werden. "Insgesamt muss das Bonussystem international klarer an den wirklich nachhaltigen Erfolg der Banken gekoppelt werden."

Steinmeier erklärte auf einem SPD-Parteitag in Zerbst, die SPD werde im Koalitionsausschuss Anfang März Regeln einfordern, "die diesen Unsinn stoppen". Man wolle für Transparenz sorgen und die Haftung für Vorstände deutlich erhöhen. Dem "Spiegel" sagte er: "Der Realitätsverlust und der Zynismus mancher Führungskräfte erschüttern mich immer wieder."

Bundesinnenminister Schäuble (CDU) mahnte, das Gemeinwohl lebe auch von der Mäßigung des Einzelnen. "Solche Exzesse sind Ausdruck einer verlorenen Bodenhaftung und gefährden den Grundkonsens dieser Gesellschaft", wurde er zitiert.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) sagte, sie frage sich, wie es sein könne, "dass die Boni quasi als Bestandteil des Festgehalts vergütet und selbst dann verdient werden, wenn das Unternehmen am Abgrund steht". Bundesarbeitsminister Olaf Scholz sagte: "Wo Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit verkürzen und auf Lohn verzichten, können nicht freigiebig Boni gezahlt werden."

Lafontaine: Merkel macht sich lächerlich

Linke-Chef Oskar Lafontaine erklärte, Merkel mache sich mit ihrer Kritik lächerlich: "Wenn die Bundesregierung den Banken Milliarden gibt, ohne sicherzustellen, dass die Gelder nicht für Bonuszahlungen verwendet werden, geht sie in empörender Weise mit dem Geld der Steuerzahler um."

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm wies darauf hin, dass die Bundesregierung im Finanzmarktstabilisierungsgesetzt bereits die Voraussetzungen dafür geschaffen habe, dass Banken, die Hilfe des Staates in Anspruch nehmen, ihre Bonussysteme überarbeiten müssten.

Dagegen warf der FDP-Politiker Volker Wissing der Bundesregierung vor, sie habe den staatlich unterstützten Banken eine Möglichkeit eröffnet, mehr als die angekündigten 500.000 Euro Höchstgehalt zu zahlen. Unter Berufung auf die Regierungsantwort auf eine von ihm gestellte Anfrage sagte er laut "B.Z.", wenn der Staat eine Bank unterstütze, so gelte zwar diese Obergrenze "grundsätzlich", doch könnten Details "aus Geheimhaltungsgründen" nicht genannt werden. Zu diesen Details zählen demnach Bonuszahlungen.

Der Vorstandschef des Versicherungsriesen Münchener Rück, Nikolaus von Bomhard, zeigte Verständnis für die öffentliche Empörung. Man müsse aber auch überlegen, ob man nur die Manager kritisiere oder nicht auch die Aufsichtsräte und Investoren, die solche Vergütungssysteme geschaffen hätten.

Die Deutsche Bank kündigte eine Änderung des umstrittenen Bonus-Systems an. "Für viele Mitarbeiter wird die Auszahlung des Bonus für 2008 über mehrere Jahre gestreckt", sagte der Aufsichtratsvorsitzende Clemens Börsig der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Spitzengehälter wie 14 Millionen Euro im Jahr für Josef Ackermann werde es auf absehbare Zeit nicht mehr geben.

Quelle: AFP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Abstimmung über Sparpaket - Heute muss Athen liefern

Die letzte Chance für Griechenland

Heute muss Athen liefern

Das griechische Parlament beginnt am Sonntagmittag mit der Debatte über das neue Sparpaket von Ministerpräsident Lucas Papademos. mehr 

Assads Truppen setzen Offensive fort

Gewalt in Syrien

Assads Truppen setzen Offensive fort

Vor einem Treffen der Arabischen Liga zur Krise in Syrien haben Regierungstruppen erneut Ortschaften unter Beschuss genommen. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Die letzte Chance für Griechenland

Heute muss Athen liefern

Plan von jungen CDU-Abgeordneten

Kinderlose sollen Sonderabgabe zahlen

Posten des FDP-Bezirkschefs in Köln

Lindner steht offenbar vor Comeback

Videos

Ringerin aus Krefeld trainiert für Olympiaqualifikation

Aline Focken ist 20 Jahre alt und träumt von Olympia. Die Krefelderin hat die Chance sich für die olympischen Spiele 2012 in ... mehr 

Gefallener Stern: Whitney Houston ist tot

Die Sängerin starb im Alter von nur 48 Jahren. Sie wurde in einem Hotel in Beverly Hills gefunden. Houston hatte lange mit Rauschgift- und ... mehr 

Der CDU-Politiker Marco Wanderwitz bringt eine Sonderabgabe für Kinderlose ins Gespräch.

Plan von jungen CDU-Abgeordneten

Kinderlose sollen Sonderabgabe zahlen

Zur Entlastung der Kranken- und Plegeversicherung hat eine Gruppe jüngerer Unionsabgeordneter eine Sonderabgabe für Kinderlose gefordert. mehr

 

Posten des FDP-Bezirkschefs in Köln vakant

Lindner steht offenbar vor Comeback

 

Bundespräsident wird zum Pointengeber

Wulff - der Witz der Session

 

Bundesverkehrsminister Ramsauer:

"Es wird keinen Freibrief für Raser geben"

 

Gesundheitsminister Bahr im Interview

Rückzahlung für Millionen Versicherte ?

 

Stunde der Entscheidung

Sauerland kämpft um sein Amt

Top-Services