Beim G-20-Gipfel in Toronto hat Kanzlerin Angela Merkel sich eine WM-Pause gegönnt. Zusammen mit ihrem Amtskollegen, dem britischen Premier David Cameron, sah sich das WM-Achtelfinale Deutschland gegen England an.
Merkel hat sich schon öfter beim Fußballspielen sehen lassen. An diesem denkwürdigen Sonntag will sie sich den Klassiker nicht entgehen lassen.
Man beachte die angespannte Körperhaltung. Die Hände liegen auf den Oberschenkeln, der Oberkörperist nach vorne gebeugt. Und David Cameron? Ein lebender Kontrast.
Erst nach dem 0:1 zeigte sich der britische Premier etwas aufrechter.
Merkel, die Fußballanhängerin. Schon während der Konferenz wirkten ihre Blicke manchmal seltsam abwesend.
Und warum sie sich hier mit ernstem Blick an Cameron wendet - man hat so eine Ahnung. Im Vorfeld hatte Cameron noch erklärt, er werde versuchen, Merkel "nicht zu Boden zu werfen", sollte es zum Elfmeterschießen kommen.
Diplomatische Verstimmungen sind indes nicht zu befürchten. Bei anderen Gelegenheiten wirkte Merkel deutlich gelöster.
Und wenn sich der britische Kollege nach dem 1:4 seiner Trümmertruppe dann auch noch so artig mit einem Glückwunsch verabschiedet, könnte man meinen die Geburtsstunde einer neuen politischen Achse mizuerleben.