kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
merkel denkt nach komisches licht ddp 2010
  Foto: ddp, ddp
Kommentare ()

Personeller Aderlass in der CDU: Merkel ist einsam an der Spitze

VON NILS DIETRICH - zuletzt aktualisiert: 19.07.2010 - 12:37

Düsseldorf/Hamburg (RPO). Mit Ole von Beust verliert die CDU den sechsten Länderchef innerhalb eines Jahres. Es wird zunehmend einsam um Kanzlerin Angela Merkel. Kritiker sprechen von Auflösungserscheinungen in der Unionsspitze. Nun werden Nachrücker für die Führungspositionen in der Partei benötigt - aber gutes Personal ist rar.

In diesen Tagen ist Bundeskanzlerin Angela Merkel innerhalb der CDU die unangefochtene Alleinherrscherin. Sechs Spitzenkräfte sind ihr innerhalb eines Jahres abhanden gekommen, innerparteiliche Rivalen nicht mehr vorhanden. Dieter Althaus (Wahl-Schlappe/Ski-Unfall), Günther Oettinger (nach Brüssel weggelobt), Jürgen Rüttgers (abgewählt), Roland Koch (keine berufliche Perspektive in der Politik), Christian Wulff (neue berufliche Herausforderung) und nun Ole von Beust (keine Lust mehr/Pensionsgrenze erreicht) sind (bald) nicht mehr im Amt.

Was auf den ersten Blick wie eine Ausdünnung der Konkurrenz erscheinen mag, stellt jedoch ein Problem dar. "Es zeigt sich insgesamt eine dramatische personelle Verarmung der Union", schreibt der Politikwissenschaftler und Merkel-Biograf Gerd Langguth im "Handelsblatt". "Das ist ein personeller Aderlass, der die Union beeindruckt", sagte der Innenpolitiker Wolfgang Bosbach auf "n-tv".  

Der Partei geht durch beim Spitzenpersonal auch eine thematische Vielfalt verloren. Der scheidende Hamburger Bürgermeister Ole von Beust personifizierte eine liberale Großstadt-CDU, die ihn für viele wählbar machte. Roland Koch und Günther Oettinger verkörperten Wirtschaftskompetenz, während der selbsternannte Arbeiterführer Jürgen Rüttgers soziale Themen besetzte. Christian Wulff, letzter potenzieller Merkel-Konkurrent, ist nun der Herr von Schloss Bellevue. Diese Planstelle wiederum wurde erst durch die Aufgabe des früheren Bundespräsidenten Horst Köhler (auch keine Lust mehr) frei.

Kauder beschwichtigt

Der personelle Aderlass ist offensichtlich. Während die Presse den Finger in die Wunde legt, versucht Fraktionschef Volker Kauder, die Wogen zu glätten. Er sehe in der Serie von Amtsaufgaben der Ministerpräsidenten keine Auflösungserscheinungen. Im ARD-Morgenmagazin sagte der Politiker am Montag: "Ich würde das nicht so dramatisch sehen." In jeder Partei gebe es Phasen der personellen Erneuerung, sekundierte CSU-Chef Horst Seehofer am Montag via "Bild". "Schwächer wird man dabei nur, wenn man dann nicht genügend gute Talente neu in Position bringt."

Doch genau hier liegt augenscheinlich das Problem. Politische Schwergewichte sind nicht einfach zu ersetzen, mögliche Nachfolger müssen sich erst profilieren. Gerhard Schröder (SPD) löste diese Aufgabe seinerzeit sehr geschickt, indem er sogar teils abgewählte Ministerpräsidenten (beispielsweise Hans Eichel aus Hessen) ins Kabinett holte. Doch Merkel beachtete die bundespolitischen Ambitionen eines Roland Koch beispielsweise nicht. Andere Kandidaten wie Friederich Merz und Edmund Stoiber manövrierte sie aus. 

Kandidaten gesucht

Nun muss sich die Union erst einmal neu sortieren. In Niedersachsen ist mit David McAllister ein neuer, junger Ministerpräsident am Ruder, der mittelfristig auch für höhere Weihen taugen dürfte. Auch der Baden-Württemberger Stefan Mappus hätte Position und Alter, um perspektivisch mehr Gewicht in der CDU zu bekommen. Gleiches gilt für Thüringens Christine Lieberknecht. 

In Merkels Kabinett sitzt mit dem Nordrhein-Westfalen Norbert Röttgen ein Minister, der nach Höherem strebt. Doch bei ihm ist nicht einmal klar, ob er den Landesvorsitz an Rhein und Ruhr ergattern kann. Wird er Chef der einflussreichen NRW-CDU, ist durchaus mehr drin. Sicher dagegen erscheint, dass Ursula von der Leyen an innerparteilichem Gewicht gewinnen wird. Nur: Sie trägt den Stempel einer Merkel-Anhängerin.

Die zweite Reihe ist also recht übersichtlich. Eine erste Positionsbestimmung über die künftige Parteihierarchie steht im Herbst an: Dann müssen drei stellvertretende Bundesvorsitzende gewählt werden. 


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Was in Schröders Gesetzentwurf steht

Betreuungsgeld für Eltern

Was in Schröders Gesetzentwurf steht

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hat den Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld auf den ... mehr 

Weißes Haus bedauert Obamas KZ-Versprecher

"Polnisches Todeslager"

Weißes Haus bedauert Obamas KZ-Versprecher

Das Weiße Haus hat sich für eine missglückte Äußerung von US-Präsident Barack Obama zu einem KZ in Polen entschuldigt. mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Betreuungsgeld für Eltern

Was in Schröders Gesetzentwurf steht

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hat den Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld auf den Weg gebracht. Profitieren können auch Berufstätige. Nun muss das Kabinett den Entwurf verabschieden. Am Mittwoch billigte es zunächst Schröders ... von Eva Quadbeck  mehr

 
 

Bildungsministerin unter Druck

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

 

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

 

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

 

Drohender Verzug bei Bergung der Abfälle

Altmaier besucht Atommülllager Asse

Top-Services